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    Zuletzt aktualisiert: 11.04.2012 um 08:56 UhrKommentare

    Grazer SPÖ: Jetzt erst recht, so die Parole

    Die jüngste Umfrage sieht die Grazer SPÖ mit 15 Prozent nur noch auf dem dritten Platz. Doch die Roten rund um Martina Schröck reagieren geradezu trotzig: Wir lassen uns nicht vom Kurs abbringen.

    Zwangsoptimismus in der Grazer SPÖ? Die Daumen werden jedenfalls weiterhin in die Höhe gereckt

    Foto © FuchsZwangsoptimismus in der Grazer SPÖ? Die Daumen werden jedenfalls weiterhin in die Höhe gereckt

    Auf den weich gezeichneten Plakaten verspricht Martina Schröck "Mehr für Graz". Doch in der harten Realität schaut für die Chefin der SPÖ vermeintlich eher weniger heraus. Knapp neun Monate vor der Gemeinderatswahl attestiert die jüngste OGM-Umfrage den Grazer Roten einen Absturz auf katastrophale 15 Prozent (die Kleine Zeitung berichtete).

    Dass damit nur noch Platz drei hinter der FPÖ drin wäre, lastet schon schwer genug auf Martina Schröcks Schultern. Doch nun kommt hinzu, dass laut Umfrage selbst in der eigenen Wählerschaft nur 23 Prozent von ihr eine gute Meinung haben, während 19 Prozent den Kopf schütteln.

    Und nun? Wunden lecken? Oder wieder einmal die Person an der Spitze austauschen? Weder noch. Geradezu trotzig reagiert man innerhalb der SPÖ auf diese Zahlen. "Sollen wir bei jeder Umfrage, die uns ein Prozent rauf oder runter beschert, in Hysterie verfallen?", so ein gestandener Roter. Die rhetorische Frage beantwortet er selbst: "Wir lassen uns jetzt nicht aus der Ruhe bringen. Und wir lassen uns die Martina nicht schlechtreden."

    Keine Ohnmacht

    Tatsächlich ist von Ohnmacht kaum etwas zu spüren. Zugegeben, richtig ausgelassene Treffen haben die Roten derzeit nicht in ihrem Repertoire. Und selbst Optimisten würden keinen Strauß Nelken auf einen Sieg bei der Wahl im Jänner 2013 wetten. Dennoch herrscht eine beachtliche Gelassenheit vor: Nach der zwanzigsten schlechten Nachricht halte sich die Trauer langsam in Grenzen, heißt es sarkastisch. "Von daher kann es eigentlich nur bergauf gehen. Und dank der Martina stehen die Chancen so gut wie schon lange nicht mehr."

    "Die Martina", mit Schröck im Nachnamen und dem Jahr 1977 in der Geburtsurkunde, hat im September 2011 den schwer ramponierten Laden Grazer SPÖ übernommen. Und sich vorgenommen, wieder klar zu vermitteln, "da ist Herz drin, da ist Energie drin, die SPÖ brennt für Graz", so die jüngste Parteivorsitzende der Geschichte.

    Auch die Tatsache, dass dies bislang wohl nicht geklappt hat, beunruhigt nur wenige. "Bis zur Wahl ist für uns noch alles drin", nickt ein SP-Mandatar. Wer ihm mit "Realitätsverweigerung" kommt, dem serviert er den Grund für den unverwundbaren Optimismus: eine Kontakt-Offensive, die Martina Schröck am Mittwoch offiziell vorstellt. Demnach plant die SPÖ in den nächsten Monaten "40.000 Begegnungen mit Menschen unserer Stadt". Politik auf Augenhöhe mit dem Wähler, so schaue das Erfolgsrezept aus, heißt es.

    Also, bei aller Freundschaft zu Umfragen - die Parole laute vielmehr "Jetzt erst recht", betont man in der SPÖ.

    Gut möglich, dass mancher auch "Jetzt oder nie mehr" meint. Oder wie Schröck im Herbst selbst betonte: "Wenn wir es jetzt nicht schaffen, sind Hopfen und Malz verloren."

    MICHAEL SARIA

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    Grafik © Kleine Zeitung

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