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Zuletzt aktualisiert: 10.04.2012 um 20:20 UhrKommentare

Nach Frostnächten zu Ostern sind Obstbauern in Sorge

Zum Teil massive Schäden an den Obstkulturen könnten die frostigen Nächte in fast allen Landesteilen gebracht haben, fürchtet die Branche.

Die Methode der Frostberegnung mit großen Mengen Wasser schützt die Blüten und bietet dazu einen ungewöhnlichen Anblick

Foto © KK Die Methode der Frostberegnung mit großen Mengen Wasser schützt die Blüten und bietet dazu einen ungewöhnlichen Anblick

GRAZ. Nicht nur die verwöhnten Stadtbewohner hatten mit dem kalten Osterwetter keine rechte Freude. Die rund tausend professionellen Obstbauern der Steiermark sind seit der Nacht auf Montag in Unruhe. In fast allen Landesteilen hätten die Minusgrade die in Blüte stehenden Bäume massiv erwischt, berichtet Gerhard Pfeifer-Sieber, Obmann der Erzeugerorganisation Steirische Obstbauern mit rund 850 Mitgliedsbetrieben. "Kein Betrieb ist ohne Schaden", ergänzt er. Willibald Flechl, Obmann der zweiten Erzeugerorganisation mit Namen "Obstgemeinschaft Steiermark" und etwa 120 Bauern, sieht besonders die Aussichten früh blühender Apfelsorten wie Kronprinz Rudolf stark bedroht. In Talbecken, wo sich Kälteseen gebildet haben, sei die Lage in den Kulturen "ganz schlecht", konnte er sich in der Oststeiermark selber überzeugen.

Bizarres Bild

Die schlechten Nachrichten sind für Wolfgang Mazelle, Leiter der Obstbau-Fachabteilung in der Landwirtschaftskammer, eine indirekte Folge des zuvor überdurchschnittlich warmen Wetters. Dadurch habe die Blüte schon zu einer Jahreszeit begonnen, in der mit Frostnächten zu rechnen ist. Fachmann Mazelle will noch kein endgültiges Urteil über das Ausmaß der Schäden abgeben, räumt wie die Bauernvertreter aber ein, dass diese "doch massiv" sein könnten, etwa bei Marillen und Kirschen.

Nur wenige Bauern haben sich mit einer ungewöhnlichen und aufwendigen Methode zu schützen versucht. Frostberegnung bedeutet, dass die Bäume während der Dauer der Minusgrade an Frosttagen mit Wasser besprüht werden. Dieses gefriert und schützt einerseits die Blüten mit einem Eismantel und bietet andererseits mit den vielen Eiszapfen auf den Obstbäumen ein bizarres und ungewöhnliches Bild.

JOHANNES KÜBECK

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