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Zuletzt aktualisiert: 30.03.2012 um 19:25 UhrKommentare

Bildungsdiskussion: "Denen sind die Kinder doch wurscht"

Viele Besucher zog der Kleine Zeitung-Salon mit Autor Bernd Schilcher an. Es ging um Bildung und Unbildung, Reformen und Blockierer.

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Quelle © schilcher_digi120330.jpg | Foto: KLZ Digital Schilcher: Vom Politiker zum Bildungswutbürger

Am Anfang stand ein Witz. Am Ende ebenfalls. Unterhaltsam war auch der Rest der Diskussion, die der Autor und Bildungsexperte Bernd Schilcher an die Lesung aus Passagen seines neuen Buches "Bildung nervt!" anschloss. Der Witz, den Schilcher erzählte, handelt von einer gewissen Bildungsabstinenz, die er den Österreichern attestiert: Ein Polizist fragt einen Autofahrer nach dessen Namen. "Hans Krankl", sagt der. "Geh, pflanzens mi net, denn kenn i doch. Also, wie heißen's?", erwidert der Beamte. Die Antwort: "Albert Einstein." Daraufhin der Polizist: "Also, geht doch."

Die Lacher des in großer Zahl zum Salon der Kleinen Zeitung in der Grazer Buchhandlung Moser erschienenen Publikums hatte er auf seiner Seite. Schmunzeln löste auch die Eingangsfrage von Moderator und Kleine Zeitung-Redakteur Frido Hütter aus, der aus einer zwanzig Jahre alten Zeitungsausgabe vorlas: Schon damals wurde über die Gesamtschule diskutiert, "warum hat sich da bis heute nichts geändert?", fragte Hütter.

Es scheitere an den Ideologien, so Schilcher, dort wie auch in vielen anderen Bereichen. Lob hatte er für den anwesenden Landeshauptmann-Vize Hermann Schützenhöfer (ÖVP), der sich selbst als "Fan und Freund" des Autors bezeichnete. Weniger freundliche Worte fand er für Kanzler Werner Faymann (SPÖ) und seinen Vize Michael Spindelegger (ÖVP). "Denen sind die Kinder doch wurscht."

Überhaupt regiere Mittelmaß das Land, sagte Schilcher und sparte nicht mit markigen Sprüchen: "Das Befriedigend ist das Sehr gut des kleinen Mannes" etwa, oder: "Der Österreicher hat einen stark nach innen gewandten Alpen- und Seeblick." Und natürlich bekam auch die Lehrergewerkschaft ihr Fett ab.

Viele Fragen

Das Publikum, darunter waren einige prominente Gesichter, beteiligte sich rege an der Diskussion. "Skizzieren Sie in Ihrem Buch auch einen Weg, wie Bildung nicht nervt?", wollte etwa die frühere Ministerin Ruth Feldgrill-Zankel wissen. Der "als Vater anwesende" Juwelier Hans Schullin fragte, wie man Motivation in eine Gesellschaft bringen kann, in der Lernen als "uncool" gilt. "Man muss an allen Stellen gleichzeitig ansetzen", sagte Schilcher dazu. Zum Beispiel beim Rassismus, "der tief in den Mittelstand eingedrungen ist".

Als "uncool" hat wohl auch Schilcher selbst in seiner Schulzeit gegolten. "Ich war so etwas wie ein Streber", verriet er, "ein guter und braver Schüler."

SONJA HASEWEND

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