Junge Prager debütieren mit Orchesterglanz
Bravochor bedankt die Prague Philharmonia.
GRAZ. Jakub Hrusa, 31, hatte sein flexibles Prager Zweitorchester, die Prague Philharmonia, die es in nur achtzehn Jahren ihrer Existenz auf 60 CDs brachte, sicher und leger im Griff. Da brillierten die animierten Konzertmeister Jan und Jakub Fiser, da sangen die fünf Celli, da sorgten Holz und Blech für Wohllaut aus Böhmens Hain und Flur.
So begeisterte schon die Symphonie in D-Dur (1823) von Jan Václav Vorisek, der im Todesjahr Mozarts geboren wurde, 1824 wegen seiner kompositorischen Qualitäten zum Ehrenmitglied des Musikvereins für Steiermark ernannt wurde, aber mit nur 34 Jahren einem Lungenleiden erlag. Dramatisch peitschte Hrusa das wirkungsvolle Andante voran, ehe er im Finale gleich mehrere haydnsch anmutende Pointen zündete.
Als Einspringer so subtil wie gewohnt erwies sich im 1. Klavierkonzert (1801) von Ludwig van Beethoven der Wiener Virtuose Christopher Hinterhuber, mit dem Dirigenten einig in seiner Auffassung von authentischem Musizieren zwischen lockerer Gelöstheit und uneitler Akribie.
Den zweiten Bravo-Chor der mitgerissenen Abonnenten evozierte Hrusa endlich mit seiner weit ausschwingenden Darstellung von Antonin Dvoraks. 8. Symphonie (1889). Süffiger Celloklang, makellose Flöten-, Klarinettensoli und grelle Trompetenfanfaren machten Trauermarsch, Militärparodie und Dreiachtelwalzer zu einem einzigen nachhaltigen Hörvergnügen.















