Sperrstunde auf Probe sorgte für Straßenparty
Lärm und Vandalismus im Uni-Viertel: Wirte und JVP führten verordnete Sperrstunde im Probelauf durch – Straße wurde zur Partymeile.

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Es ist Samstag früh kurz vor zwei Uhr. Die Uni-Viertel-Lokale sind mit Besuchern gefüllt, die tanzen, feiern und trinken. Um Punkt zwei Uhr geht plötzlich die Musik aus und das Licht an – im Gecco, Revolution, Kulturhauskeller, Kottulinsky, Orange, Tamtam, Three Monkeys und in der Scheinbar. Über Durchsagen oder Monitore werden die Gäste aufgefordert, die Lokale zu verlassen.
Rund 2000 junge Menschen strömen auf die nächtliche Elisabethstraße: Es wird gepfiffen, gegrölt und Schlachtgesänge wie in Fußballstadien werden angestimmt. Eine junge Frau fordert: "Macht?s an Krawall, sonst sperrt alles zu!" Warum das alles? Seit Jahren beklagen sich Anrainer im Uni-Viertel über Lärmbelästigung und Vandalismus, Politiker ringen um Lösungen: Bisherige Schwerpunktaktionen und runde Tische ergaben nichts. Nun verordnete VP-Bürgermeister Nagl eine generelle Sperrstunde um zwei Uhr früh, dagegen berufen die Wirte. Ziel der von der Jungen Volkspartei Graz (JVP) initiierten und in Kooperation mit den Wirten veranstalteten Aktion war es, "die Problematiken rund um die generelle Sperrstunde aufzuzeigen. Mit der Simulation wollten wir demonstrieren, was es heißt, wenn alle gleichzeitig auf der Straße sind und sich das Lärmaufkommen verstärkt", sagt Obfrau Martina Kaufmann.
Auf Höhe der "Three Monkeys" kommt es um 2.10 Uhr zu einem Sitzstreik mitten auf der Straße, Fahrzeuge stauen sich und werden nicht durchgelassen – 15 Minuten später beginnen Autofahrer und Taxler zu hupen. Nach 20 Minuten ist der Spuk vorbei, die Feierhungrigen kehren zurück in die Lokale.
Die JVP ist "natürlich dafür, dass Vandalismus, Urinieren in der Öffentlichkeit oder Flaschenwerfen abzustrafen" sind und fordert "strenge Jugendschutzkontrollen". Klar ist für sie, "dass die von Bürgermeister Nagl geforderte Sperrstunde nicht das Allheilmittel ist, denn je mehr Leute auf einem Fleck sind, desto mehr Vandalismus und Schlägereien gibt es". Dennoch meint sie, dass "Nagl richtig handelt, da Handlungsbedarf gegeben" sei. Kottulinsky-Eigentümer Wolfgang Nusshold glaubt, dass sich das "Grundproblem nur verlagern würde – etwa in den Stadtpark" und ist "überzeugt, dass im Sommer auch der Shared Space" genutzt wird.
















