Zehn Festnahmen bei Operation "Grasgeflüster"
Über einen Grazer Hanfshop kamen Suchtgiftfahnder Zulieferer und Drogenproduzenten auf die Spur. Zehn Festnahmen, 35 Anzeigen.

Foto © Polizei24 Kilogramm Marihuana im Wert von 240.000 Euro wurden sichergestellt
Der Verkauf und der Anbau von Hanfpflanzen, die Suchtgiftwirkstoffe enthalten, ist nicht verboten. Erst wenn damit Drogen produziert werden, ist es ein strafbares Delikt. Ein Nachweis sei aufgrund dieser Gesetzeslücke schwierig, so Hansjörg Bacher, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Graz. Bei der Operation "Grasgeflüster" ist der Staatsanwaltschaft und den Drogenfahndern des steirischen Landeskriminalamtes aber ein Durchbruch gelungen. Bacher: "Das ist ein massiver Schuss vor den Bug der anderen."
Schlag gegen die Drogenszene
Die Ermittlungen gegen die Szene (mit Hauptsitz in Graz) haben Monate in Anspruch genommen, so Oberst Alois Eberhart, stellvertretender LKA-Leiter. "Es waren schwierige und umfangreiche Ermittlungen." Der Leiter der Suchtgiftgruppe, Chefinspektor Georg Tkaletz konnte nun das Ergebnis präsentieren: Es kam zu zehn Festnahmen. 35 Verdächtige wurden bisher auf Fuß angezeigt. Das Alter der Beschuldigten: 20 bis 60 Jahre. Bei 17 Hausdurchsuchungen in Graz und den steirischen Bezirken konnten 24 Kilo Marihuana (Wert von 240.000 Euro) und technisches Material sichergestellt werden. Weitere konnte Produktion von 45 Kilo Marihuana nachgewiesen werden.
Auf die Spur gekommen war man den Drogenproduzenten durch einen Grazer Hanfshop. Denn dort wurden nicht nur Pflanzen verkauft, sondern auch Anlagen zur Herstellung der Drogen. "Und die Tipps zum Anbau gab es als Kundenservice gratis dazu", so Tkaletz. der Hanfshop-Besitzer bezog seine Ware von einem Grazer Gärtner. Am 13. Februar dieses Jahres holte die Polizei zum entscheidenden Schlag gegen die Drogenszene aus. Über 90 Beamte waren im Einsatz. Dass der Nachweis der Drogenproduktion gelungen ist, sei auf die enge Zusammenarbeit zwischen Staatsanwaltschaft und den Fahndern zurückzuführen. "Wir haben jetzt den Höhepunkt der Ermittlungen überschritten", sagt der Chef der Drogenfahnder. "Aber wir sind noch nicht am Ende."
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Bild vergrößernFreude über Erfolg: Georg Tkaletz, Hansjörg Bacher, Alois Eberhart Foto © LEODOLTER
Fakten
Bei den zehn vorrübergehend festgenommenen Personen handelt es sich um Österreicher im Alter von 20 bis 60 Jahren. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen ein bis 15 Jahre Haft, so der Staatsanwalt.

















