Wenn Klatschen die Wahl entscheidet
Am Sonntag sind die steirischen Katholiken dazu aufgerufen, ihre Pfarrgemeinderäte zu wählen. Die Wahlmodelle, nach denen gewählt wird, sind dabei sehr unterschiedlich.

Foto © Marija Kanizaj
Es gibt sie nicht: die Steiermark. Ebenso wenig lassen sich die steirischen Pfarren über einen Kamm scheren. Entsprechend vielfältig sind deshalb auch die Verfahren, mit denen bis Sonntag in allen 388 steirischen Pfarren neue Pfarrgemeinderäte gewählt werden: So gibt es etwa neben dem Kandidatenmodell das Urwahlmodell oder das sogenannte Feldbacher Modell. "Das ist gut so, denn es geht ja um die einzelnen Pfarren und ihre Gläubigen", meint die zuständige Referentin Barbara Krotil. Und jede Region habe eben ihre eigene Tradition und Kultur.
Wahlberechtigt sind mehr als 750.000 steirische Katholiken. Österreichweit sind es rund 4,5 Millionen Gläubige. Wählen darf jeder, der das 14. Lebensjahr erreicht hat, getauft und gefirmt ist.
Auch die Anzahl der Kandidaten, die sich der Wahl unter dem Motto "Gut, dass es die Pfarre gibt" stellen, variiert stark: Während in einigen Pfarren doppelt so viele Gläubige zur Wahl antreten als in den Pfarrgemeinderat aufgenommen werden, hat man in der Pfarre Graz-St. Leonhard aus der Not eine Tugend gemacht. Da sich nicht mehr Kandidaten als die tatsächliche Zahl an Pfarrgemeinderäten aufstellen ließen, werden diese während der Sonntagsmesse vorgestellt und von den Gottesdienstbesuchern durch Akklamation, also durch Klatschen, bestätigt. Und die Pfarrgemeinderäte nehmen Kirchesein ernst, betont Krotil: "Es ist ihnen wichtig, dass es Gemeinschaft gibt, dass der Gottesdienst schön gestaltet wird, dass es ein Pfarrfest gibt, aber auch, dass Kranke und alte Menschen besucht werden."













