Freizügige Spieler sollen putzen
Grazer Rugby-Team feierte nach Italien-Spiel: nackt, nahe einer Kirche. Videos landeten im Internet, der Pfarrer tobt, auch die Politik reagiert.
Quelle © rugby160312_668.jpg | Foto: youtube Grazer Rugby Club tanzte nackt in Italien
Die Resultate betrachtet, war der Ausflug nach Italien nicht bemerkenswert: "Wir haben alle Spiele verloren. Rugby hat in Italien, anders als bei uns, große Tradition", schildert Norman Franges, sportlicher Leiter des Rugby Club Graz. Dass dieser dennoch in aller Munde beziehungsweise auf vielen Monitoren ist, hat andere Gründe. So tanzte letztes Wochenende ein gutes Dutzend Spieler lautstark auf dem Kirchplatz von Bonisiolo (Venetien) - und ließ alle Hüllen fallen. Von Zeugen gefilmt, landete der Striptease prompt im Internet. Damit begannen die Probleme. Lokalmedien berichten, dass der Pfarrer tobt und eine öffentliche Entschuldigung verlangt: "Eine Schande, was wäre passiert, wenn sie vor ihrer Heimatkirche gestrippt hätten? Das ist tiefstes Niveau", wird der Geistliche in "Treviso Today" zitiert. Und die Videos der nackten Grazer werden fleißig angeklickt.
Zerknirscht
Keine Freude mit dem Echo hat naturgemäß die Vereinsführung. "Ich war zwar nicht dabei, aber bedauere, was passiert ist. Wir werden uns natürlich beim Pfarrer entschuldigen", sagt Franges. Am Samstag ist eine Teamsitzung angesetzt, um zu klären, wer die Idee zu der Aktion hatte. Franges: "Wir haben am letzten Abend der Tour in einem Lokal gegessen, ein Teil der Mannschaft ist nachher ins Hotel gegangen, ein anderer blieb. Am nächsten Tag waren wir im selben Lokal frühstücken. Es gab keine Beschwerden", beteuert der Trainer. Von einer Wette weiß er nichts. Italienische Medien melden indes, die betrunkenen Grazer hätten sich mit Rufen wie "Wenn du mutig bist, zieh dich aus" angefeuert. Ein Spieler soll erklärt haben: "Wir machen das in Graz immer so."
Die Vereinschefs sind zerknirscht, die Sponsoren verwundert. "Der Klub ist in gewisser Weise Botschafter der Stadt, die Spieler sollten Vorbilder sein - auch für die Jüngeren", betont Sportstadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg (ÖVP). Er würde sich wünschen, dass die betroffenen Sportler als Wiedergutmachung eine Aktion für die Gemeinschaft starten. "Sie könnten am Grazer Frühjahrsputz im April teilnehmen - natürlich angekleidet."















