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Zuletzt aktualisiert: 14.03.2012 um 16:45 UhrKommentare

Murkraftwerk: Viel Emotion, kaum Illusionen

Der erste von zwei Verhandlungstagen zum geplanten Grazer Murkraftwerk ist vorüber. Umweltanwältin rechnet mit einem positiven Bescheid - und mit Berufung.

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Die Kraftwerksgegner ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen. Mit Trommeln, Transparenten und Trillerpfeifen hatte eine Gruppe, zusammengewürfelt aus etwa zwei Dutzend Grünen und Umweltschützern, in der Morgensonne Stellung bezogen. Vor der Kulisse der träge vorbeiziehenden Mur startete am Mittwoch in der Grazer Seifenfabrik die mündliche UVP-Verhandlung für das geplante Wasserkraftwerk, das die Energie Steiermark einen Kilometer flussabwärts bauen will.

Argumente

Während die Protestgruppe vor dem Gebäude stampfende Rhythmen trommelte, rollten die Vertreter des Landesenergieversorgers demonstrativ mit mehreren grünen Elektroautos ein. Die Fronten sind längst abgesteckt, jetzt gilt es, ein letztes Mal die Argumente darzulegen. "Ich muss zugeben, dass ich ziemlich angespannt bin", räumte Projektleiter Christoph Rath vor Verhandlungsbeginn ein. Für die Energie Steiermark ist das Murkraftwerk Herzensangelegenheit, man rechnet mit einem positiven Bescheid. Die mündliche UVP-Verhandlung am Mitwoch und Donnerstag soll dazu den letzten Anstoß liefern.

Grünes Licht von der Behörde erwartet auch eine, die damit so gar keine Freude hätte. Doch Umweltanwältin Ute Pöllinger machte sich in der Verhandlungspause zu Mittag keine Illusionen: "Ich vermute, dass es erst einmal auf eine Genehmigung hinausläuft. Aber es gibt dann ja noch die zweite Instanz." Diszipliniert, wenn auch nicht emotionslos verlief der Verhandlungstag selbst. "Die Energie Steiermark hat beim Bau der Murkraftwerke Gössendorf und Kalsdorf noch argumentiert, dass die Mur in Graz unverbaut bleibt", ärgerte sich Markus Ehrenpaar vom Naturschutzbund. Rath hielt dagegen, dass laut Umfragen drei Viertel der Grazer ein Kraftwerk begrüßen würden.

Am Donnerstag wird die Verhandlung fortgesetzt. Mit einem Bescheid dürfte vor dem Spätsommer nicht zu rechnen sein.

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