Friedrich Schiller trifft Stephen King
Der Versuch, Schillers "Räuber" zum Jugendstück zu kondensieren, gelingt zum Teil im Next Liberty auf der Grazer Messe.

Foto © Lupi Spuma
Gefühl und Vernunft, Glaube, Freiheit und Moralität, Schuld, Geschwisterrivalität und reine Liebe: Lässt sich die komplexe Motivlage von Friedrich Schillers "Räubern" überhaupt entstauen?
Im Grazer Jugendtheater "Next Liberty" versucht es Regisseur C. C. Weinberger mit einer radikalen Strichfassung für Publikum ab 14 Jahren und erzählt dabei in erster Linie von moralischer Verelendung. In knackigen anderthalb Stunden galoppiert das Ensemble durch eine Handlung, in der Karl Moor (Martin Niederbrunner), von seinem Bruder Franz (Felix Rank) aus der Rolle des Lieblingssohns herausintrigiert und zum Räuberhauptmann aufgestiegen, an der Verrohung seiner Kumpane verzweifelt. Weinberger kleidet das in drastische Bilder und nimmt dafür gewisse Handlungsunschärfen in Kauf.
Wirsame Details
Ein Super-8-Film erzählt die Vorgeschichte des Bruderzwists, ein Clown, grausig wie von Stephen King erdacht (Ausstattung: Mignon Ritter), treibt zwischen den Szenen trommelnd die Tragödie an. Das hat Feuer, verliert sich aber nach und nach im allzu Plakativen; und die Schauspieler, die in Tonfall und Gestik dauererregt agieren müssen, wirken schon bald, als hätten sie sich zu große Rollen übergezogen. Die Ausnahme: Maximilian Achatz findet als Diener Daniel zu den Zwischentönen, die das ansonsten animiert aufspielende Ensemble vermissen lässt. Am Ende: stürmischer Applaus.













