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    Zuletzt aktualisiert: 11.03.2012 um 05:26 UhrKommentare

    "Mein Stiefvater ist unschuldig"

    Eine 25-jährige Grazerin beschuldigte ihren Stiefvater der Vergewaltigung und des sexuellen Missbrauchs. Er sitzt seit Jahren im Gefängnis. Jetzt gestand sie: "Ich habe gelogen, um ihn los zu werden."

    Michaele M. kämpft um die Freilassung ihres Stiefvaters

    Foto © KANIZAJMichaele M. kämpft um die Freilassung ihres Stiefvaters

    Die Arme verschränkt, das Gesicht im Rollkragenpullover versteckt, abgemagert bis auf die Knochen. "Mir ist kalt", sagt die 25-jährige Grazerin Michaele M., obwohl es im Besprechungszimmer der Rechtsanwältin Karin Prutsch keineswegs kalt ist. Aber der Körper der jungen Frau rebelliert. "Ich ernähre mich nur noch von Red Bull und Kaffee", schluchzt sie. "Mein Magen verträgt nichts mehr. Es sind die Auswirkungen einer schrecklichen Schuld, die ich auf mich geladen habe. Ich habe meinen Stiefvater ins Gefängnis gebracht, weil ich ihn los werden wollte. Jetzt glaubt mir niemand mehr, dass er unschuldig eingesperrt ist."

    Mit gebrochener, zittriger Stimme erzählt Michaele M. von ihren schwierigen Familienverhältnissen und über das, was sie vor Jahren getan hat und ihr jetzt sichtlich schwer zu schaffen macht. Zwei Schwestern habe sie noch, sagt sie. Eine ist ins Drogenmilieu abgeglitten, die andere versuche sich damit abzufinden, dass "der Papa nicht mehr da ist". Und es sei alles ihre Schuld. Dabei habe sie nur ihrer Familie helfen wollen. "Jetzt ist alles kaputt. Ich habe den Stiefvater vernichtet und meine Familie zerstört."

    Verurteilt

    Ihr Stiefvater Hans-Jörg B. habe getrunken, sei rabiat gewesen. Der wegen Tätlichkeiten vorbestrafte Mann habe die Mutter psychisch fertiggemacht. "Mama hat immer wieder gesagt, dass sie weg möchte. Aber sie hat es nicht geschafft. Ich musste ihr helfen."

    Zunächst schob Michaele M. ihrem Stiefvater einen Diebstahl in die Schuhe. Doch es stellte sich heraus, dass er die Tat nicht begangen hatte, sondern von der Stieftochter verleumdet wurde. Die junge Frau wurde dafür verurteilt.

    An der schwierigen familiären Situation änderte sich nichts. Da erzählte Michaele M. ihrer Lebensgefährtin, dass sie als Kind vom Stiefvater missbraucht und vergewaltigt worden sei. "Ich habe gehofft, dass sie ihn anzeigt, aber sie hat nicht reagiert", erinnert sich die 25-Jährige. Also fasste sie einen anderen Plan. Michaele M. schickte ihrer Lebensgefährtin per SMS eine Drohung unter dem Namen ihres Stiefvaters. Jetzt reichte es der Freundin. Sie erstattete Anzeige, die Gesetzesmaschinerie begann zu laufen.

    Michaele M. blieb bei den Einvernahmen dabei: Der Stiefvater habe sie immer wieder missbraucht und vergewaltigt. 2006 wurde er verhaftet, 2007 von einem Schöffensenat zu acht Jahren Haft verurteilt.

    Ihre Anschuldigungen hat die Betroffene schon vor über einem Jahr bei Gericht revidiert. "Ich habe alles in einem Brief gestanden, aber man glaubt mir einfach nicht", klagt Michaele M. Zwei Wiederaufnahmeanträge wurden bereits abgelehnt.

    Schlaganfall

    "Mich belastet dieses Unrecht so sehr, dass ich einfach nicht mehr weiter weiß." Vor sieben Wochen erlitt M. einen Schlaganfall, lag viele Tage auf der Intensivstation. Jetzt kämpft die junge Frau, die nur noch 32 Kilo wiegt, neuerlich "für die Wahrheit". Die Grazer Anwältin Karin Prutsch gilt als Expertin für Wiederaufnahmeverfahren. An sie hat sich Michaele M. nun gewandt. Prutsch: "Ich kenne inzwischen den Strafakt - ich glaube der Frau."

    Die Chancen für eine Wiederaufnahme seien gut, glaubt Prutsch. Anträge hat sie schon gestellt. Es liege ihr eine eidesstattliche Erklärung von Michaele M. vor.

    Außerdem habe sie mit ihr Bild- und Tonaufnahmen angefertigt. "Das sind Beweismittel, die für eine Wiederaufnahme tauglich sind", behauptet Prutsch, die sich um den Gesundheitszustand von Michaele M. ernsthaft Sorgen macht. "Ich habe es mit zwei Opfern zu tun - mit meinem Klienten und der Stieftochter."

    HANS BREITEGGER

    Foto

    Foto © KANIZAJ

    Bild vergrößernKarin Prutsch übernahm den Fall Foto © KANIZAJ

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