Udo Jürgens beklagte sich vor 5000 Fans über Grazer Hotels
Beim Konzert in der Stadthalle ließ Udo Jürgens aufhorchen - auch mit einer Kritik an den Grazer Hotels auf offener Bühne. Vermeintlicher Auslöser: Seine Suite im Weitzer missfiel ihm.
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Die mehr als 5000 Besucher des Udo-Jürgens-Konzerts in der Stadthalle waren kurzfristig ratlos. Da bot der Entertainer Donnerstagabend nicht nur ein tolles Programm (S. 75), sondern hob auch zu einer Liebeserklärung an Graz an. Er schwärmte von "herrlichen Gassen" und meinte, dass es die Bewohner wohl gar nicht genug schätzen, "wie schön es hier ist".
Und dann kam's - Udo Jürgens endete mit den Worten: "Und irgendwann habt ihr in Graz hoffentlich auch schöne Hotels."
Na bumm. Noch in den Nachtstunden wurde über den Hintergrund spekuliert, gestern dann wurde innerhalb der Tourismusbranche hektisch konferiert.
Ärger über Unterkunft
Wie die Kleine Zeitung herausfand, steckt nun hinter Jürgens' Schelte wohl weniger ein generelles Hinterfragen der Grazer Hotellerie, sondern ein einmaliger Ärger über seine Unterkunft im Hotel Weitzer.
Dies bestätigt auch ein verärgerter Hoteldirektor Michael Pfaller: "Das war offenbar ein Kommunikationsproblem zwischen Künstler und Agentur. Wir haben ja schon vor zwei Wochen mit seiner Agentur alle Zimmer begutachtet." Und dabei sei auch eine Suite im familieneigenen Hotel Wiesler gebucht worden. "Als Jürgens dann kam, hat ihm dieses Zimmer zwar gefallen, aber es war ihm zu klein."
Das Problem: Die Top-Suite im Wiesler wird gerade umgebaut. Also nahm Jürgens trotz Alternativen die einzige Mehrzimmer-Suite im Weitzer - die im Sommer adaptiert wird. Trotzdem entschied sich Jürgens für sie. Offenbar zähneknirschend.
"Er hätte uns das ja auch ins Gesicht sagen können. Dass er sich auf der Bühne beklagt, ist fragwürdig", schüttelt Hotelchef Pfaller den Kopf. "Wir hatten zuletzt die Prinzessin von Jordanien da und den Fürst von Liechtenstein hier. Alle waren hochzufrieden. Ich lade Herrn Jürgens ein, noch einmal zu kommen, wenn alle Zimmer fertig sind. So etwas Tolles hat er noch nie gesehen."
Ganz generell verteidigt Tourismusstadträtin Sonja Grabner (VP) die Grazer Hotellerie. Und dass Florian Weitzer ausgerechnet beim "Wiesler" 2010 alle fünf Sterne abmontierte, habe sich nicht ausgewirkt. "Wir haben 2011 einen Nächtigungsrekord erzielt. Welchem Grazer Gast geht also ein Fünf-Sterne-Haus ab?"
Von einer "Top-Qualität in den Hotels der Stadt" schwärmt auch Dieter Hardt-Stremayr, Chef von Graz-Tourismus. Die Kritik von Udo Jürgens sieht er differenzierter: "Das ist sein gutes Recht. Tag für Tag stellen weit weniger bekannte Hotelgäste ihre Kritik ins Internet, die dann Hunderttausende lesen können." Man werde mit Jürgens Kontakt aufnehmen, um die Wogen zu glätten.
Bis 30. Oktober. Dann hat Jürgens sein nächstes Graz-Konzert.


















