Spitäler: Personalplan soll überarbeitet werden
Ausgebrannt und überarbeitet: Betriebsräte schildern Situation in den steirischen Landesspitälern. Vor Gipfel mit Vorstand wird Entlastung angekündigt.

Foto © Scheriau/Sujet
Der Hilferuf aus den steirischen Spitälern, wo heuer laut Zentralbetriebsrat Manfred Wolf und AK-Vizepräsident Franz Gosch Personal im Ausmaß von 790 Krankenschwester-Dienstposten fehlt, stößt auf breites Gehör. Wenngleich der Vorstand der Kankenanstaltengesellschaft (Kages) die Zahlen der Gewerkschaft bezweifelt, kündigt man an, den Stellenplan im Sommer zu überarbeiten. Bei einem Betriebsrätetreffen wurde am Mittwoch über Maßnahmen beraten, die Belegschaftsvertretung drängt auf einen Gipfel mit der Kages-Spitze. "Streik ist kein Thema", beruhigt Wolf die Patienten. Freilich muss das Spitalspersonal entlastet werden.
Belastung
Wie groß die Belastung ist, zeigen interne Schreiben an den Zentralbetriebsrat. Laut Rudolf Kahr (Voitsberg) sei die Burn-out-Rate seit 2008 "auffällig gestiegen". Mehr als zwanzig Fälle - Schwestern, Ärzte und so weiter - will Kahr registriert haben.
Die Rottenmanner Betriebsratschefin Adelheid Hillbrand schildert wiederum, dass "Mitarbeiter sich durch den ständigen Personalabbau stark belastet fühlen, sie haben das Gefühl, ausgebeutet zu werden".
Dauerthema in den Landeskrankenhäusern ist die "Anspannung" (eingeplante Stellen sind unbesetzt). Das macht im Grazer Uni-Klinikum "130 Dienstposten aus", so Gerhard Hammer. Der Personalvertreter ortet eine "extreme Mehrbelastung in der Pflege". In diesem Bereich würden sich die Mitarbeiter übergangen fühlen, berichtet auch Claudia Maierhofer vom LKH Weiz. Dort leistet "jeder Einzelne mehr als 100 Prozent". Die Anspannung sei nicht mehr tragbar.
Gosch (FCG) warnt vor einem Teufelskreis: Über-, Mehrleistungs- und Nachtausgleichsstunden können nicht mehr abgebaut werden. So kommt es letztlich zu mehr Krankenständen, die "wiederum von Kollegen durch Überstunden kompensiert werden müssen", weiß Josef Schneidhofer vom LKH Mürzzuschlag.

















