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    Zuletzt aktualisiert: 29.02.2012 um 14:20 UhrKommentare

    Auftakt zum Europäischen Jahr für aktives Altern

    Mit der Ausrufung des "Europäischen Jahrs für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen" will die EU für die Herausforderungen einer immer langlebigeren Gesellschaft sensibilisieren. Der österreichische Auftakt fand am Mittwoch in Graz statt.

    Foto © Kanizaj

    Bundespräsident Heinz Fischer sprach beim Auftakt des "Europäischen Jahrs für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen" der Bildung und dem Wissen über Altern eine Schlüsselrolle zu. Es gelte, Vorurteile und Klischees über ältere Menschen zu bekämpfen und gemeinsam "eine neue Kultur des aktiven Alterns" zu entwickeln, so Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S).

    In den Medien, "aber auch von Ökonomen", werde viel zu oft das Bild einer älteren Generation gezeigt, "das so nicht mehr passt", so Bundespräsident Fischer: Ältere Menschen seien nicht mobil, innovations- und damit nicht wettbewerbsfähig und hätten kein Interesse Neues zu lernen. "Dafür gibt es immer wieder Beispiele, aber es darf nicht verallgemeinert werden", mahnte er. "In einer negativen Spirale von Vorurteilen, Ausgrenzung von Qualifizierungsmöglichkeiten und schließlich Resignation verkümmern häufig Leistungs- und Innovationsbereitschaft von Menschen, die bei entsprechender Förderung noch viel zu leisten in der Lage wären."

    Fischer betonte in seiner Eröffnungsrede auch die Wichtigkeit der Bildung im Zusammenleben der Generationen: "Wollen wir das Miteinander der Generationen nachhaltig gestalten und damit bewusst stärken, ist es auch notwendig, das Wissen über Altern und demografischen Wandel in die Lehrpläne zu bringen und zwar in die Lehrpläne aller Grund- und allgemein bildenden höheren Schulen. Denn Bildung spielt eine der Schlüsselrollen bei der Übernahme von Verantwortung für die eigene Entwicklung und für unsere gesellschaftliche Mitverantwortung". Die Pläne der Regierung bewertete der Bundespräsident in Hinblick auf die Generationengerechtigkeit als "verantwortungsbewussten Schritt": Es seien einerseits die Auswirkungen der Entwicklung auf das Pensionssystem berücksichtigt, andererseits aber die notwendigen Maßnahmen in engem Kontakt mit den Pensionistenorganisationen erarbeitet worden.

    Arbeitsmarktoffensive

    "Vorurteile und Klischees" würden behindern, dass sich ältere Menschen mit ihren Potenzialen auch in der Arbeitswelt und in anderen Bereichen gesellschaftlichen Engagements voll einbringen können, erklärte Sozialminister Hundstorfer. Ziel sei es, "gemeinsam eine neue Kultur des aktiven Alterns zu entwickeln". Ein wichtiger Punkt sei die Erwerbstätigkeit, unterstrich der Minister. Die Bundesregierung werde in den nächsten vier Jahren 750 Mio. Euro in eine Arbeitsmarktoffensive für ältere Arbeitnehmer investieren. 195.000 Menschen sollen davon profitieren, "besonders auch Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen".

    Pensionistenverbands- und Seniorenrats-Präsident Karl Blecha betonte in seinem Statement bei der anschließenden Podiumsdiskussion: "Der Jugendkult, dem wir lange unterlegen sind, ist entbehrlich geworden, denn die Älteren sind heute sehr wohl kompetent und aktiv. Die Neugestaltung der Arbeitswelt sei die neue große Herausforderung: " Diese muss altersgerecht werden, wir brauchen neue Arbeitsbedingungen, die helfen, Krankenstände und Frühpensionierung zurückzudrängen", so Blecha.


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