Bernd Brückler: Im Herzen ein Regisseur
Bernd Brückler verpasste mit Nowosibirsk das Play-off in der russischen KHL, erzielte aber einen weiteren Rekord.

Foto © GEPABernd Brückler
Mit seinem Kerngeschäft, dem Tore verhindern, ist Bernd Brückler einer von vielen. Mit seinen Offensiv-Qualitäten ist er hingegen in einer eigenen Liga. In Nowosibirsk hat er in der abgelaufenen Saison der KHL (Kontinentale Hockey-Liga) mit vier Assists mehr Scorerpunkte gemacht als alle acht Verteidiger des Klubs.
Für den Steirer nichts Ungewöhnliches. Schon bei Espoo glänzte Brückler als Regisseur und hält mit neun Assists nach wie vor den Vorlagenrekord für Goalies in Finnland. "Das ist eine Spezialität von mir. Aber da gehören viel Glück und gute Mitspieler dazu."
An guten und torgefährlichen Mitspielern hat es gemangelt - das Play-off hat Nowosibirsk um 26 Punkte verpasst. "Wir haben oft nicht einmal ein Tor erzielt. Da möchte man am liebsten selbst eingreifen", sagt Brückler, der mit 91,3 Prozent Fangquote und 2,56 Gegentore pro Spiel seine bisher beste Saison in Russland absolviert hat, schmunzelnd. "Aber für eine Karriere als Feldspieler ist es jetzt wohl zu spät."
Die bis zu minus 40 Grad in Russlands drittgrößter Stadt rufen keine Aufregung mehr hervor. Brückler: "Ohne Handschuhe, Haube und Schal gehe ich nicht aus dem Haus. Aber auch im August hat es einmal Minusgrade und zwei Tage später plus 30 Grad."
Für den Klub ist der Grazer auch in anderer Funktion tätig: "Die meisten Legionäre verstehen kein Russisch, viele der Russen sprechen nicht Englisch. Da bin ich als Dolmetscher gefragt."
Jetzt ist für den zweifachen Vater Familienurlaub angesagt. Und was ist mit dem Nationalteam? "Ich habe seit einem Jahr nichts gehört, war kein Thema für die Vorbereitungsturniere. Das muss ich akzeptieren."













