Von roten Stiftern und Investoren

Foto © JÜRGEN FUCHS Können fast taggleich auf ihre Geburtstage anstoßen: Franz Voves und Hermann Schützenhöfer
Am kommenden Mittwoch ist es so weit, Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer kann wieder einmal einen echten Geburtstag feiern. Da am 29. Februar 1952 geboren, wird er 60 Jahre alt, feiert aber erst seinen 15. Geburtstag. Über die tatsächlichen Feierlichkeiten herrschen in der Grazer Burg noch Unklarheiten: Einen Tag davor, also am Dienstag, dem 28., feiert nämlich Landeshauptmann Franz Voves Geburtstag - und zwar seinen 59. Angesichts ihrer bestens funktionierenden Reformpartnerschaft ist wohl davon auszugehen, dass die beiden zusammen ein Gläschen steirischen Weins - vielleicht einen Sauvignon Pössnitzberg von Schützenhöfers Lieblingsweinbauern Erwin Sabathi - trinken werden. In den Regierungsbüros wird strengstes Stillschweigen über die Termine der beiden an diesen Tagen gewahrt.
Wie kurzlebig die Politik doch ist: Erinnern sie sich noch an den Namen Leopold Specht? Da war doch was. Ja, die leidige Sache mit der Stiftung der SPÖ, die weite Teile des Landtags-Wahlkampfs 2010 dominierte. Zur Erinnerung: 2001 hatte der damalige SPÖ-Chef Peter Schachner-Blazizek die Vermögensbeteiligungen der SPÖ (Leykam Medien AG usw.) in eine gemeinnützige - und damit steuerschonende - Stiftung namens "Zukunft Steiermark" eingebracht. Als dieser Stiftung 2009 von der Finanz die Gemeinnützigkeit abgesprochen wurde, setzten sich alle anderen Parteien drauf und attackierten Voves wegen "Steuertricksereien". Auch der von Voves betriebene Austausch von Stiftungsvorstand Schachner-Blazizek durch den Wiener Anwalt Leopold Specht änderte daran nichts.
Auf der Flucht nach vorne versprach Voves die Auflösung der Stiftung, aus steuerlichen Gründen kam es schließlich zur "Übertragung" des Stiftungsvermögens an eine gemeinnützige Forschungsgesellschaft namens "Spectro". Abgewickelt wurde das alles von der Kanzlei Specht.
Damit sind wir wieder beim Beginn - dieser Tage tauchte der Name Specht wieder im Zusammenhang mit der SPÖ auf: Gemeinsam mit Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer gründete Specht eine Fondsgesellschaft namens "Cudos Capital AG", weitere Vierteleigentümer sind der Unternehmensberater Andreas Frech und Investor Alon Shklarek. Ob dieser Fonds, der im Bereich "Industrie und Realwirtschaft" tätig sein wird, auch in der Steiermark aktiv werden will, ist nicht bekannt. "Tourismus und Immobilien" seien allerdings ausgeschlossen, heißt es.

















