Die Fakten zum Reininghaus-Deal
Die Investorengruppe will das 54-Hektar-Areal verkaufen. Es könnte der größte Grundstücksdeal in der Geschichte der Stadt Graz werden. Die Antworten zum möglichen Millionenkauf.

Foto © Gernot Eder
1. Wemgehören die 54 Hektar großen Reininghausgründe jetzt eigentlich?
ANTWORT: Dem gebürtigen Grazer Immobilienentwickler Alfred Müller. Mit vier der Öffentlichkeit nicht bekannten Investoren im Hintergrund hat er im Dezember 2011 die Asset One-Gesellschaften von Ernst Scholdan übernommen.
2. Warum braucht es ein derart kompliziertes Firmenkonstrukt?
ANTWORT: Laut Wirtschaftsanwalt Bernhard Astner, der als Eigentümersprecher fungiert, ist das historisch so gewachsen. Die Brau-Union, von der Scholdanumkolportierte 300 Millionen Euro insgesamt 120 Hektar Grund gekauft hat, soll ihre Grundstücke über dieselbe Konstruktion verwaltet haben. Grund: So ist es besonders steuerschonend.
3. Wie viel Geld können die Reininghausgründe die Stadt kosten?
ANTWORT: 2010 hätte die Stadt 79,5 Millionen Euro noch gezahlt, heute kursiert im Rathaus eine Preisvorstellung zwischen 70 und 75 Millionen Euro.
4. Wie finanziert die Stadt so einen millionenschweren Deal?
ANTWORT: Es würde kaum Geld fließen. Die Asset One ist hoch verschuldet, die Stadt würde deren Verbindlichkeiten übernehmen. Der Grazer Schuldenstand (jetzt 1,055 Milliarden Euro) würde sichumdiesen Betrag erhöhen und damit würden auch die jährlichen Zinszahlungen steigen.
5. Warum will die Stadt die Reininghausgründe überhaupt kaufen?
ANTWORT: Um hier einen neuen Stadtteil zu entwickeln. Schwarz- Grün ist überzeugt: Das kann nur die Stadt und dazu müsse das Areal auch der Stadt gehören.
6. Wie viele Schulden haben die Asset-One-Gesellschaften genau?
ANTWORT: Durch die extreme Schachtel-Konstruktion (siehe Grafik) schwer zu sagen. Im Grundbuch hat die Investkredit Bank AG ein Pfandrecht über ?90 Millionen Euro (Teil-)Höchstbetrag“ eingetragen. Laut Firmenbuch weist die "Asset One Projektentwicklungs GmbH“ – hier liegen die Reininghausgrundstücke – Verbindlichkeiten über 79,1 Millionen Euro auf, die "Asset One Holding“ über 13,5 Millionen Euro.
7. Welche Gestaltungsmöglichkeiten hat die Stadt, ohne Eigentümer zu sein?
ANTWORT: Über Flächenwidmungsplan und Bebauungsplan kann die Stadt Privaten ihre stadtplanerischen Ideen vorschreiben.

















