Vier Pfoten für ein Halleluja
Viele Pfoten tapsten hübsch gemacht durch die Grazer Stadthalle. Aussehen ist alles - bei den 2500 Hunden der Internationalen Rassehundeausstellung in Graz. Doch was reizt die Besitzer daran?

Foto © Sabine HoffmannLetzes Knuddeln vor dem Auftritt und die Frisuren sitzen
Dackel, Retriever, Spaniels, Beagles, Hirtenhunde und viele andere wuseln in der Grazer Messe herum. Es wird gebellt, geknurrt, gestänkert und geschmiert - knapp 2500 Vierbeiner sollen sich von ihrer besten Seite zeigen. Findet doch gerade die Internationale Rassehundeausstellung in Graz statt. Züchter aus 23 Ländern stehen Hund bei Fuß: Damit ihre Lieblinge auch gut bewertet werden, sind sie im Dauereinsatz, denn eine gute Präsentation ist alles! Dazu gehört ein perfektes Aussehen: An allen Ecken und Enden der Halle A werden Vierbeiner gebürstet, gekämmt - und manch eine Hundedame bekommt sogar ein Mascherl ins Fell gesteckt.
Für Außenstehende sieht es eher nach geordnetem Chaos aus. Teilweise in Laufställen, teilweise in Transportboxen oder auch liegend vor Herrchens oder Frauchens Füßen warten die Vierbeiner darauf, ihre Runden vor der Jury zu drehen. Doch warum tun Menschen die Prozedur sich und ihren Hunden an? "Uns geht es nicht ums Gewinnen. Wir sind mit unseren Golden Retrievern da, weil wir sehen wollen, was andere haben, und damit die sehen können, was wir haben", sagt Bernadina Rezodraganic aus Zagreb. Klaus Pilawa-Merkel hingegen ist mit seinen Whippetwelpen, 13 Monate und elf Wochen alt, aus Frankfurt angereist, um "ihre Sozialverträglichkeit zu stärken".
"Sinn und Zweck der Ausstellung ist in erster Linie die Bewertung. Denn nur Hunde mit bestimmter Bewertung dürfen zur Zucht eingesetzt werden", erklärt Gerd Weiß, Präsident des Steirischen Hundesportklubs. Zudem könnten Züchter hier den idealen Deckrüden für ihre Hündin finden. Wie in Susan Meitzens Fall - sie will mit ihrer eineinhalbjährigen Englisch-Springer-Spanieldame züchten.
Ob Hunde bei der Ausstellung Spaß haben, ist fraglich. Mit dem Vorwurf von Tierquälerei wird Weiß oftmals konfrontiert, er versucht zu relativieren: "Man wird nie einen Hund zu einer Ausstellung mitnehmen, der keine Freude daran hat." Das hieße, den 2500 Teilnehmern taugt's.
Besucher können sich jedenfalls heute noch über 257 Rassen informieren - 10.000 Pfoten stehen für die nächsten Runden bereit.
















