Polizistinnen wurden zu Lebensretterinnen
Zwei Polizistinnen wurden am Dienstag früh zu Lebensrettern. Sie weckten in einem brennenden Haus in der Plüddemanngasse die Bewohner und brachten sie durchs verrauchte Stiegenhaus ins Freie. Vier Personen wurden verletzt.

Foto © LeodolterTanja Hoffmann und Evelyn Schwarz retteten zahlreiche Bewohner aus dem brennenden Haus
"Diesmal erledigte die Polizei den Job der Feuerwehr", betont Alfred Pölzl, der Sprecher der Grazer Berufsfeuerwehr. Denn es waren zwei junge Polizistinnen, die nach der Meldung eines Passanten beherzt in das brennende Wohnhaus in der Grazer Plüddemanngasse liefen, die Hausbewohner weckten und durch das verrauchte Stiegenhaus ins Freie retteten.
Kaum waren die Hausbewohner draußen, traf die Berufsfeuerwehr ein. Dieser gelang es unter Einsatz von schwerem Atemschutz, die letzten drei Hausbewohner aus der Brandwohnung zu bergen, denn in diese hatten die Polizistinnen wegen des dichten Rauches nicht mehr gelangen können. "Wir bewundern den heldenhaften Einsatz, sie haben die Aktion unter Einsatz ihres Lebens durchgeführt", lobt Pölzl.
"Wir haben nicht daran gedacht, ob uns etwas passieren könnte. Wir haben nur gewusst, dass auch zwei Kinder drinnen sind", gibt sich Polizeibeamtin Tanja Hoffmann bescheiden. Und ihre Kollegin Evelyn Schwarz ergänzt: "Man handelt bei so etwas ganz instinktiv."
Es war kurz vor Dienstwechsel gewesen, als ein Passant in die Polizeiinspektion Plüddemanngasse gekommen war und den Brand gemeldet hatte - da schlugen aus einer Wohnung im dritten Stock eines Hauses gegenüber der Polizeiinspektion bereits die Flammen. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich die Bewohner - ein Ehepaar (19 und 20) und der 13-jährige Bruder der Frau - noch im Schlafzimmer auf. "Sie schrien laut um Hilfe", berichtet die Polizei. Die drei und eine 80-jährige Nachbarin mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins LKH Graz gebracht werden. Doch durch den beherzten Einsatz der beiden Polizistinnen und den raschen Einsatz der Grazer Berufsfeuerwehr konnten sie bereits wieder entlassen werden. In seine Wohnung konnte das Ehepaar aber nicht mehr zurück, sie ist ausgebrannt: 100.000 Euro Schaden.
"Dass die drei bei geschlossener Schlafzimmertür geschlafen haben, hat ihnen vermutlich das Leben gerettet", so Alexander Schantl von der Brandgruppe. Denn im Wohnzimmer gegenüber war der Brand ausgebrochen - durch einen Hitzestau beim Nachtspeicherofen, der mit Kleidung und Laken bedeckt gewesen war, wie die Ermittlungen der Kriminalisten ergaben.














