Aktion scharf gegen Grazer Lokale
Ernüchternde Bilanz einer Nacht: 40 Lokale wurden kontrolliert, mehr als 20 fassten eine Anzeige aus. Der Gutteil ging auf das Konto des Nichtraucherschutzgesetzes. Ein Betreiber hatte nicht einmal eine Konzession.

Foto © Sabine Hoffmann/SujetNichtraucherschutz, Baumängel und Lautstärke gab es bei der Aktion scharf zu bemängeln
Die Ansage der Neuen sitzt: Den bekannten schwarzen Schafen unter den Wirten werde sie ordentlich auf die Finger schauen, sagt Verena Ennemoser. Sie ist seit 1. Februar Chefin der Bau- und Anlagenbehörde und stellt den notorischen Sündern in Aussicht: "Je öfter wir strafen, desto teurer kommt jede einzelne Strafe. Dann überlegen sie es sich vielleicht das nächste Mal", so Ennemoser.
Und den Worten ließ Ennemoser gleich Taten folgen: In der Nacht auf vergangenen Samstag rückten ihre Beamten gemeinsam mit der Polizei aus und kontrollierten 40 Lokale in der Stadt, vorwiegend in den Bezirken Jakomini, Liebenau und Puntigam. Und die Bilanz ist verheerend für die Lokalbetreiber: Bei 40 Kontrollen wurden mehr als 20 Anzeigen geschrieben. Der Gutteil ging auf das Konto des Nichtraucherschutzgesetzes. "Viele haben zwar eine Glaswand zur Trennung hochgezogen, dann aber ständig die Tür offen", so Ennemoser. Der Schutz für die Nichtraucher sei so nicht mehr gegeben.
Verraucht, viel zu laut
Neben dem Rauch wurden baurechtliche Mängel beanstandet, auch die Musik war bei so manchem Wirt viel zu laut. "In einem Lokal wurden 90 Dezibel festgestellt", erzählt Ennemoser. Erlaubt seien nur 68. Höhepunkt des nächtlichen Kontrollreigens: Einer hatte nicht einmal eine Konzession für seinen Betrieb.
Und die neue Bau- und Anlagenchefin belässt es nicht bei einer einmaligen Aktion: In der Nacht auf Dienstag waren wieder Beamte unterwegs, weitere Kontrollgänge sind schon geplant.

















