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Zuletzt aktualisiert: 18.02.2012 um 21:23 UhrKommentare

Hat das Urteil Auswirkungen auf den Sport?

Die drakonischen Strafen gegen Hannes Kartnig und andere Sturm-Funktionäre beschäftigen den Sport. Was steirische Vereinsbosse dazu sagen - und ob Funktionäre künftig Angst vor dem Gesetz haben müssen.

Hannes Kartnig

Foto © APHannes Kartnig

Bezug zur Realität muss wieder her

Josef Haring, TSV Hartberg-Obmann (Volleyball). Nach diesem Urteil wird es hoffentlich eine Nachdenkphase geben. Leider haben einige Manager in ihrem Größenwahn den Bezug zur Realität verloren. Von den Zusehern und den Wirtschaftsmöglichkeiten ist in Österreich nicht das große Potenzial da. Natürlich will jeder Meister werden, aber wenn es mit legalen Mitteln nicht möglich ist, muss man kürzertreten.

Standards müssen angepasst werden

Christian Jauk, Sturm-Präsident. Das Urteil ist ein klarer Auftrag an die zuständigen Stellen: Ein Profiverein unterliegt heute dem Vereinsgesetz, die gesetzlichen Standards müssten jedoch jenen von Wirtschaftsunternehmen angepasst werden. Das Urteil hat auch gezeigt, dass es keine Alternative mehr zu hauptamtlichen Geschäftsführern gibt. Es spielt keine Rolle, ob jemand nur ehrenamtlich tätig ist oder nicht. Und noch etwas möchte ich betonen: Wenn heutzutage noch jemand Funktionär werden will, dann ist das hochgradig unvernünftig.

Mangelware Vereinsvorstände

Claus Hödl, Leoben-Obmann (Handball). Im Handball sind die Umstände andere. Aber es wird in Zukunft in allen Sportarten schwieriger werden, Vereinsvorstände zu finden. Auch Sponsoren werden immer weniger, die Abgaben an den Staat aber werden immer höher. Sponsoren wollen die Vereine unterstützen, nicht das Land.

Der Lizenzierung sei Dank

Franz Grandits, Hartberg-Obmann. Ich tu' mir schwer, ein Urteil zu bilden, weil ich den Prozess nicht so genau verfolgt habe. Sicher ist aber, dass so ein finanzielles Desaster, wie es der SK Sturm erlebt hat, heutzutage dank der Lizenzierung im Fußball nicht mehr möglich ist.

Kein zweites Mal vorstellbar

Erwin Fuchs, Kapfenberg-Präsident. Ich bin von diesem Urteil überrascht, es ist nicht nachvollziehbar. Und die Auswirkungen? Nun, ich denke, es wird nicht viele geben, weil seit diversen Konkursen viel gemacht wurde, um Ähnliches zu verhindern. Die Lizenzierung ist strenger, in dieser Dimension kann ich mir das nicht noch einmal vorstellen. Mein Rat: Kein Funktionär sollte sich auf finanzielle Abenteuer einlassen.

Es fehlt die Relation

Jochen Pildner-Steinburg, 99ers-Präsident (Eishockey). Gleich vorweg: In einem Rechtsstaat muss Fehlverhalten Konsequenzen haben. Aber angesichts der Härte dieses Urteils frage ich mich, ob der Nächste dann überhaupt gleich geköpft wird? Auf mich hat das keine Auswirkungen, weil bei uns alles in Ordnung ist. Aber einige werden vielleicht zittern. Wenn man diese strengen Maßstäbe überall anwenden würde, könnte das verheerende Auswirkungen haben. Denn ich weiß nicht, ob es im österreichischen Sport überall so stubenrein abläuft. Man sollte auch anderswo genauer hinsehen. Ob etwa bei Wiener Fußballklubs auch alles so streng geprüft wird? Mir tut Kartnig leid, es fehlt die Relation zu anderen, härteren Verbrechen.

Ein Urteil, das in den Köpfen bleibt

Michael Fuchs, UBSC Graz-Manager (Basketball). Funktionäre werden sich in Zukunft drei Mal überlegen, wie sie wirtschaften. Dabei wird es auch nicht leichter werden, Funktionäre zu finden. Ich habe kein Nahverhältnis zu Herrn Kartnig, aber es ist ein hartes Urteil. Eines, das in den Köpfen bleibt.

Im Fußball wird es ein Umdenken geben

Gerhard Langmann, Obmann HSG Bärnbach/Köflach (Handball). Man muss den Unterschied zwischen Fußball und anderen Sportarten im Auge behalten. Im Fußball wird es sicherlich ein Umdenken geben. Aber Fußball kann man nicht mit Handball, Basketball oder Volleyball vergleichen. In diesen Sportarten können keine siebenstelligen Summen unterschlagen werden.

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