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Zuletzt aktualisiert: 17.02.2012 um 23:02 UhrKommentare

Integration: "Die Sprache ist der Schlüssel"

Um Integration im Klassenzimmer ging es bei der "Arena" der Kleinen Zeitung, die zahlreichen Besucher diskutierten angeregt mit.

Foto © Sabine Hoffmann

In unserer Verfassung gibt es den Artikel 7: ,Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich. Vorrechte der Geburt, des Geschlechtes, des Standes, der Klasse und des Bekenntnisses sind ausgeschlossen.' Leben wir ihn doch", wirft Joachim Hainzl vom Verein Xenos bei der "Arena" der Kleinen Zeitung im Grazer Hotel Europa in die von Claudia Gigler moderierte Diskussion ein. Konkret meint Hainzl, dass "Menschen und auch Schüler in vielen Fällen vorrangig über die Identitätsmarker Herkunft, Sprache und Religion definiert" werden und es deswegen eine "Ethnisierung" gibt.

Mit dem Thema setzte sich auch Monika Potkanski vom Österreichischen Integrationsfonds in ihrer Schulstudie "Integration im Klassenzimmer" auseinander. Die Ergebnisse zeigen klar: "Es gibt keinen signifikanten Zusammenhang zwischen hohem Migrantenanteil und schlechtem Klassenklima." Im Alltag fällt jedoch auf, dass es zu ethnischen Gruppenbildungen kommt. Auch Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz legt besonderes Augenmerk auf "Sprache und Bildung", denn darauf baue alles andere auf: "Für mich ist die sprachliche Frühförderung bei Kindern mit und ohne Migrationshintergrund besonders wichtig. An Schulen muss nicht die Herkunft der Kinder, sondern ihre Leistungsbereitschaft und ihr Engagement zählen. Die deutsche Sprache ist der Schlüssel zur Integration." Das österreichische Schulsystem habe dazu beigetragen, dass "75.000 Jugendliche - davon 40 Prozent Migranten - ohne Ausbildung und Job dastehen". In der Vergangenheit sei auf Frühförderung in Kindergärten und Volksschulen zu wenig Wert gelegt worden, das müsse nachgeholt werden. "Hier wollen wir gegensteuern", betont Kurz.

Für den Migrationssoziologen Erol Yildiz gibt es drei Alternativen, um bestehende Probleme zu lösen: "Sprachliche Kompetenzen fördern, Schulen aufgrund von den unterschiedlichen Fähigkeiten der Kinder neu definieren und Vielfalt leben." Wie wichtig das Thema ist, zeigte das Interesse der vielen Zuhörer, die angeregt mitdiskutierten.

KATHARINA PILLMAYR

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