Start des GAK-Fußballkrimis vorverlegt
Scheinrechnungen und Steuerschulden: Jüngstes Gutachten erklärt den GAK bereits im Jahr 2000 für zahlungsunfähig. 2006 war das negative Eigenkapital knapp neun Millionen groß. Verteidiger widersprechen, am Ball ist nun ein neuer Prüfer.

Foto © GEPA Peter Svetits bei seiner Pressekonferenz 2011 (Foto): Im Fall GAK sei er bloß eine "Randfigur", bei ihm hätte es kein Schwarzgeld gegeben. Ein neues Gutachten folgt dem nicht
Überraschung im Fall GAK. Nachdem die letzten Einvernahmen und Unterlagen durchgeackert waren, datierte der Gerichtsgutachter die Affäre um Jahre zurück. Nicht 2005, sondern bereits 2000 sollen die roten Teufel finanziell am Ende gewesen sein. Damit erhöht sich der Druck auf Alt-Präsident Peter Svetits, der 1998 Harald Fischl gefolgt und bis 2001 im Amt war. Das Loch in der Kasse wird 2000 mit einer und 2006 mit knapp neun Millionen Euro beziffert - wenn der Klub seine Steuern und Spieler korrekt bezahlt hätte. Die Staatsanwaltschaft Graz bestätigt den Bericht von Gutachter Fritz Kleiner.
Brisanter Fall
Da dieser heuer zu Jahresbeginn abgelöst worden ist, messen Verteidiger der Sache keine große Bedeutung bei. "Die Berechnungen sind rein hypothetisch. Warten wir ab, was der neue Sachverständige sagt." Thomas Keppert aus Wien soll den brisanten Fall übernehmen.
Sein Vorgänger hat Ende 2011 anhand von Aussagen und Unterlagen der ehemaligen Buchhalterin und anderer die Causa neu bewertet. Und stolperte bereits 1997 über Vorgänge, die er später "abenteuerlich", aber "nachvollziehbar" nennt. Demnach hätte der Klub Karten schwarz verkauft, Sparbücher und Konten für Schwarzgeld angelegt und kräftig mit Scheinrechnungen operiert - unterm Strich geht es um 4,7 Millionen Euro (2000 bis 2006).
Laut Wirtschaftsprüfung hatten die Geldprobleme des GAK bei Amtsübernahme Rudi Roths (2001) ein Ausmaß von mindestens 2,5 Millionen Euro erreicht. 2006 war das negative Eigenkapital knapp neun Millionen groß, schreibt Kleiner.
Und er meint, die Finanz sei getäuscht worden, als sie dem Klub 2005 einen Nachlass (80 Prozent von 4,2 Millionen) gewährte. Der Auslöser war ein Brief aus dem Rathaus, demnach der GAK nur 20 Prozent zahlen muss. Ein ähnliches Schreiben gibt es von der GKK. Diese erklärte, dass der Klub von rund 125.000 Euro nur noch 25.000 zu begleichen hätte. Was die Finanz nicht wusste: Der GKK waren zuvor 100.000 Euro überwiesen worden, ein Nachlass sieht anders aus. Und auch die Stadt hatte zum Zeitpunkt des Briefes die Rückstände vom GAK bereits ersetzt bekommen.

















