Steiermark als "EU-Unternehmerregion 2013" ausgezeichnet
Die Steiermark ist am Mittwochabend in Brüssel im Ausschuss der Regionen (AdR) der EU als "Europäische Unternehmerregion 2013" ausgezeichnet worden, zusammen mit der Region Süd-Dänemark und der nordostfranzosischen Region Nord-Pas de Calais.

Foto © Fuchs/Sujet
Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (V) nahm die Würdigung von der AdR-Präsidentin Mercedes Bresso entgegen. Die Auszeichnung wird für Bemühungen verliehen, innovative Wirtschaftsstrategien zu entwickeln und umzusetzen.
Buchmann beschrieb bei dem Festakt die "Wirtschafts- und Innovationsstrategie 2020" der Steiermark, die sich auf die Förderung von Neuerungen in den Bereich Mobilität (Luftfahrt, Straße und Schiene), erneuerbare Energien und Health Technology konzentrierten. Die Forschung von Universitäten wurde dabei zunehmend mit Privaten kooperieren, die Forschungsquote von 4,3 Prozent habe man im Bundesland auch in Krisenzeiten beibehalten und plane sie noch zu steigern.
Regionen im Wandel
Regionen wie die Steiermark und das Nord-Pas de Calais haben gemeinsam, aus einer reinen Industrie- und Bergbauregionen den Wandel hin zu diversifizierter Wirtschaft geschafft. Regionsvizepräsident Pierre de Saintignon erklärte, der Wandel zu einer Innovationsregion sei vollzogen worden: Man habe nun 21 sogenannte Exzellenz-Pools mit Forschungsclustern.
Die Konzepte aller drei Regionen ähneln sich naturgemäß, die Umsetzung ist aber regionalen Gegebenheiten angepasst: In der Steiermark liegt das Schwergewicht bei erneuerbaren Energien beispielsweise auf Effizienzsteigerungen bei der Nutzung etwa von Biomasse, in der Region Süddänemark legt man großes Augenmerk auf Offshore-Energiegewinnung und deren Optimierung, z.B. durch Windparks vor der Küste. Auch im Bereich Health Technology ahnen sich die steirischen und dänischen Strategien: In Graz sind die Med-Uni und die Universitäten sowie die Betriebe des Humanmedizin-Clusters Treiber der Entwicklung, in Sud-Dänemark gruppieren sich die Aktivitäten rund um die Uni-Klinik in Odense. Wie der Vorsitzende des Ausschusses für Regionalentwicklung, Lasse Krull, sagte, ergebe sich im Bereich Psychiatrische Dienste ein zunehmend hoher Bedarf auch aus dem Faktum, Opfer der Finanzkrise psychisch helfen zu müssen. In Vejle befinde sich zudem ein Zentrum zur Behandlung von Folteropfern und traumatisierten Flüchtlingen. Hinter den Anstrengungen Sud-Dänemarks stunden auch die lokalen großen Unternehmen wie Danfoss und Lego.
Die Auszeichnung EER (European Entrepreneurial Region) dient auch dazu, den überarbeiteten Small Business Act (SBA) zur Forderung von Klein- und Mittelbetrieben in den Regionen umzusetzen. Unternehmerische Aktivitäten sollen dabei gefördert und der Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten erleichtert werden. Das Prädikat EER wird seit 2011 vergeben. Damals haben das Land Brandenburg, Kerry County in Irland und die spanische Region Murcia die Auszeichnung erhalten. 2012 wurden Katalonien, die Helsinki-Uusimaa Region und die slowakische Region Trnava prämiert. Die Einreichung der Konzepte für EER 2014 beginnt im Juni, Ende Oktober müssen die Nominierungen vorliegen, danach bewertet eine Jury aus u.a. Fachleuten und der AdR-Präsidentschaft die Strategien. Im ersten Quartal 2014 werden die Prädikate für drei neue Regionen verliehen.

















