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Zuletzt aktualisiert: 13.02.2012 um 05:00 UhrKommentare

Mit dem Himmelslaser auf Schrottsuche im Weltraum

Der Grazer Georg Kirchner kann erstmals mit Laserstrahlen die Bahnen des "Weltraumschrotts" präzise vermessen.

Georg Kirchner vermisst vom Grazer Lustbühel aus Weltraumteile

Foto © EderGeorg Kirchner vermisst vom Grazer Lustbühel aus Weltraumteile

Ein wenig despektierlich klingt es schon: Überwachung des Weltraummülls. Doch für Georg Kirchner, Leiter der Laserstation am Grazer Lustbühel, ist dieser Auftrag eine ganz neue Herausforderung. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) soll er die bisherigen Messgenauigkeiten vervielfachen. Es ist nicht überraschend, dass das Weltrauminstitut der Akademie der Wissenschaften Graz den Zuschlag erhält: Seit vielen Jahren werden Erkundungssatelliten, die Lichtreflektoren angebracht haben, mit dem Laser millimetergenau verfolgt. Dies liefert Grundlagen für die Geodäsie, präzise Aussagen zur Kontinentaldrift, zu Hebungsvorgängen und Meeresspiegelschwankungen.

Weltraumschrott auf Hunderte Kilometer zu erkennen, ist besonders diffizil - ein 100-fach stärkerer Laser des DLR macht das Teleskopauge jetzt noch schärfer. Es ist damit europaweit erstmals gelungen, Schrottteile wie ausbrannte Raketenstufen oder alte Satelliten (die keine Reflektoren haben) zu vermessen.

Die Lust am Experimentieren lernte Kirchner zu Hause - sein Vater war Werkzeugmacher -, die Lust an der Elektronik beim Modellflugzeugbauen. Also wo studieren? "Graz hab' ich nicht gekannt. Wien hab' ich gekannt, und es hat mir nicht gefallen. Daher bin ich nach Graz gekommen." Bereits in seiner Diplomarbeit entwickelte er ein Gerät für einen Satelliten. Als die Stelle aufgebaut wurde, war seine Bewerbung dafür nur logisch.

Privat kennt der 61-Jährige vor allem ein Hobby: den Segelflug. Seit seiner Jugend betreibt Kirchner den Sport intensiv - im In- und Ausland. Regelmäßig ist er auf den vordersten Plätzen bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften zu finden. NORBERT SWOBODA


Zur Person

Georg Kirchner, geboren 1950 in Bruck-Fusch (Salzburg), studierte Elektrotechnik an der Technischen Universität Graz.

Ab 1979 Aufbau der Laserstation am Observatorium Lustbühel in Graz im Rahmen des Weltrauminstitutes der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

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