Rudi Roth: "Im Endeffekt ist es eine Insolvenz"
Der Fall GAK: Rudi Roth über seine Rolle als Präsident, über Verdächtigungen und lange Ermittlungen. Er "wollte nur das Beste für den Verein".

Foto © KANIZAJ Die Causa GAK hinterlässt "seelisch und körperlich Spuren", so Rudi Roth
Ein Präsident, sagte Ihr Vorgänger Peter Svetits nach seiner Untersuchungshaft, muss repräsentieren, Geld aufstellen oder selbst zahlen. Wie viel haben Sie in den GAK gesteckt?
RUDI ROTH: Annähernd zehn Millionen Euro, die drei Konkurse waren das Teuerste. Es ist absurd zu sagen, ich hätte etwas Rechtswidriges machen wollen, wo ich so viel Geld einbezahlt habe.
War es das wert?
ROTH: Für den GAK habe ich das gerne gemacht. Ich rechnete aber nie damit, deshalb strafrechtlich verfolgt zu werden. Damit bin ich nach 40 Jahren als Unternehmer das erste Mal konfrontiert. Das tut sehr weh, ich wollte immer nur das Beste für den GAK.
Als Präsident . . .
ROTH: Sah ich mich als Galionsfigur des Vereins. Von Anfang an stellte ich klar, mich nicht um das operative Geschäft kümmern zu können. Ich vertraute den Geschäftsträgern für das Sportliche und Finanzielle. Ich habe mich um Sponsoren gekümmert, geschaut, dass Akademie und Trainingszentrum entstehen können.
Aus heutiger Sicht ein Fehler?
ROTH: Heute würde man den Profibetrieb auslagern, zwei hauptamtlich Verantwortliche bestimmen. Im Nachhinein tut es mir leid, dafür die rechtlichen Grundlagen nicht geschaffen zu haben.
Steuerliches, Löhne, Spieler?
ROTH: Darin war ich nie eingebunden. Ich habe weder mit Spielern verhandelt noch sie ausgezahlt.
Mir ist nur berichtet worden. Ich war damals pro Monat zwei Wochen geschäftlich im Ausland, hatte kein Büro beim Verein.
Einem Geschäftsmann wie Ihnen müsste Hinterziehung doch auffallen, er müsste sehen, dass der GAK konkursreif war, wie es das Gerichtsgutachten besagt.
ROTH: Bei der Übergabe habe ich alle Konten auf null gestellt. Ich habe einen Zehn-Jahres-Vertrag mit IMG (Vermarktungsagentur; Anmerkung) abgeschlossen, der dem GAK jährlich fünf Millionen garantiert hätte. Ich dachte, der Verein ist auf gute Beine gestellt.
Es folgten drei Konkurse!
ROTH: Der erste Konkurs war ja erst zwei Jahre nach meinem Ausscheiden beim GAK 2005.
Finanz, GKK & Co. haben dem Klub damals Geld nachgelassen. Die Anklage meint, sie wären von Ihnen getäuscht worden.
ROTH: Ich wollte stets das Beste für den Klub, keiner wurde getäuscht. Das besagt auch ein Privatgutachten.
Es gibt aus dieser Zeit auch noch offene Weinrechnungen . . .
ROTH: Alles nach meiner Zeit. Bei mir zahlte man Rechnungen.
Dennoch wurde und wird ermittelt, man hörte Telefone ab.
ROTH: Das Verfahren ist nun im sechsten Jahr. Das hinterlässt seelisch und körperlich Spuren. Es sind bitte Leute rechtswidrig in U-Haft genommen worden.
Sie sprechen von der ehemaligen Buchhalterin, die vom GAK-Umfeld bedroht worden sein soll.
ROTH: Das weise ich auf das Schärfste zurück! Die Anschuldigungen sind mittlerweile widerlegt worden.
Es gab aber Meetings . . .
ROTH: Da war immer ihr Anwalt dabei. Man klärte finanzielle Abwicklungen, wo ich nicht dabei war. Daran ist nichts Rechtswidriges. Sie war die Finanzchefin.
Haben Sie oder Ihr Umfeld Geld geboten, um Aussagen zu ändern?
ROTH: Natürlich nicht.
Wurden Abgaben hinterzogen?
ROTH: Sicher nie mit meinem Einverständnis.
Wie geht es weiter?
ROTH: Es gibt wieder einen neuen Gutachter . . . Ich hoffe, die Unschuld beweisen zu können. Im Endeffekt ist es eine Insolvenz.
Features
Zur Person
Rudi Roth, geboren in Graz am 14. September 1948, war von 1972 bis 1977 Torhüter des GAK.
GAK-Präsident von Mai 2001 bis Juni 2005. Bilanz: ein Meister- und zwei Vizemeister-Titel.
Der Betriebswirt gründete Heizöle Roth. 300 Mitarbeiter.

















