Das perfekte Probe-Dinner
Hobbyköche am Herd und Neo-Restauranttester beim kritischen Verkosten: Am Ende waren sie alle zufrieden. Der erste "Restaurant Day" in Graz macht Appetit auf mehr.
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Bonnjekösch steht auf der Speisekarte, Skepsis in den Gesichtern der Gäste. Achim und Monika Meurer, die Köche des fast unaussprechbaren Gerichts, beruhigen: "Das ist Bohneneintopf aus dem Rheinland." Und schon landet ein großer Löffel deutscher Hausmannskost zuerst im Teller, dann im Magen.
Es ist der 4. Februar, es ist Restaurant Day in Graz - eine Premiere. Jeder, der Talent, zumindest aber Lust hat, kann für einen Tag Wirt spielen, Freunde und Unbekannte aus Spaß an der Sache bekochen. Die Wahl-Grazerin Monika Meurer hat den Gustotag bei den Finnen gesehen, für gut befunden und zu uns geholt. Dreizehn Teilnehmer haben sich am Samstag gefunden, die ihre Vorräte geplündert und feine Speisen in Büros, Geschäftslokalen, Wohnungen oder sogar einem Bauchladen angeboten haben.
Die Delikatessentour
In der Klosterwiesgasse hat sich ein Dreiergespann angesiedelt. Neben der "Jekösch-Buud" der Meurers steht da noch die "Suppenampel" von Michi Grabner. Heiße Erbsencreme- oder Tomatensuppe drinnen, während es draußen immer kälter wird. Katrin Fürnschuß verteilt ihre hübschen, mit reichlich Glitzer verzierten Cupcakes.
Am nächsten Speise-Schauplatz, bei Modedesignerin Elisabeth Soós in der Franziskanergasse, stapelt sich ebenfalls Zuckersüßes: Muffins mit Zitronen, Mohn, Blaubeeren und Schokolade. "Ich hab' in der Zeitung davon gelesen und sofort grinsen müssen. Da wollte ich unbedingt mitmachen", erzählt Soós' Freundin Karin Pichler, die zusammen mit Christian Haintz und Alina Hödl das Team der "Allergy Bakery" komplettiert. Fruktose- und glutenfrei sind die feinen Küchlein, weil die "Bäckermeister" selbst das Los einer Nahrungsmittelunverträglichkeit gezogen haben.
Deftiger und um einiges steirischer wird es bei Sabine Schnepfleitner und Eva-Maria Rohregger. Verschiedenfarbige Nockerln sind liebevoll in der Mitte des Tellers angerichtet, eine grüne Serviette macht das Heimatmenü komplett. Und: Zum ersten Mal an diesem Tag befindet sich ein Restaurant in einer Privatwohnung. "Bedenken habe ich gar keine. Man weiß ja auch bei einem echten Lokal nie, wer da reinspaziert", sagt Schnepfleitner, deren Zuhause für das "lunalinks" herhalten muss.
Beim nächsten Restaurant Day am 19. Mai wird sich die Frage nach dem Wo wahrscheinlich nicht mehr stellen, da sind sich alle Probe-Wirte einig. Da gibt es dann einen Kulinarik-Tag im Freien - mit Schönwetter und Picknickdecken.


















