Bad Gleichenberg verkauft halbe Fachhochschule
Ein Kurort muss sparen: Die Hälfte des FH-Gebäudes in Bad Gleichenberg soll um drei Millionen Euro an die Trägerorganisation FH Joanneum verkauft werden.

Foto © Helmut Steiner
Ein vertrauliches Geschäft bahnt sich auf Hochschulebene an. Sofern die Gremien zustimmen, wird die Trägerorganisation FH Joanneum um drei Millionen Euro von Bad Gleichenberg etwa die Hälfte des FH-Gebäudes erwerben. Der Kurort (2249 Einwohner) muss nämlich dringend die Finanzen sanieren. Vor allem deshalb, monierte die Gemeindeaufsicht im Vorjahr, weil der Abgang durch die örtliche Fachhochschule die Kassen ordentlich belastet.
#Gemeindeprüfer
Hintergrund: Auf Wunsch der Regional- und Landespolitik sind die Gesundheitsstudien auch in Gleichenberg angesiedelt. Die Kosten dafür trägt bis heute fast ausschließlich die Gemeinde. Im Prüfbericht war von einem jährlichen Abgang von bis zu 357.000 Euro die Rede.
Nach Kritik der Gemeindeprüfer rannten die Gleichenberger dem Land und der FH-Geschäftsführung die Türen ein. Man wollte 200.000 Euro Miete im Jahr. Die Begeisterung bei Land und Wissenschaftsressort (Kristina Edlinger-Ploder, ÖVP) hielt sich aber in Grenzen. Zumal die Gleichenberger Studiengänge Diätologie und Ergotherapie nicht der Bund, sondern ohnehin das Land berappt. Zurückhaltend auch die FH Joanneum: Dort gibt man das Geld naturgemäß lieber für Forschung und Entwicklung aus.
5000 m² Gesamtnutzfläche
Aber siehe da: Bei der Trägerorganisation ist Liquidität vorhanden. Daher könnte "die FH Joanneum den Gebäudeteil für Diätologie und Ergotherapie erwerben. Das entspricht etwa der Hälfte der insgesamt 5000 m² Gesamtnutzfläche", so FH-Geschäftsführer Günter Riegler. Kaufen statt mieten sei sinnvoll, da man das laufende Budget nicht angreifen müsse. Die Instandhaltung würde der Kurort übernehmen. Und hätte bei einem Verkauf eine Geldsorge weniger.













