"Gentlemen"-Räuber: Haupttäter schweigt weiter
Steirischer Ermittler: "48-Jähriger hat bisher keine Äußerungen zu den Taten gemacht". Sein 50-jähriger mutmaßlicher Komplize ist hingegen geständig.

Foto © Gernot Eder
Im Falle der "Gentlemen"-Räuber aus Italien schweigt sich der mutmaßliche Haupttäter (48) - der in Venedig im Gefängnis sitzt - aus. Sein in L'Aquila einsitzender mutmaßlicher Komplize (50) ist hingegen geständig, wie Oberstleutnant Erwin Strametz vom Landeskriminalamt am Montag sagte. "Der 48-Jährige hat bisher keine Äußerungen zu den Taten gemacht", so der Kriminalist. Den beiden werden acht erfolgte und ein versuchter Banküberfall zur Last gelegt.
Einvernahmen
Die beiden aus Graz nach Venedig entsandten Ermittler mussten ohne konkretes Befragungsergebnis wieder zurückkehren. Wie sich der 48-Jährige bei den weiteren Einvernahmen durch die italienischen Behörden verhalte, lasse sich nicht abschätzen. Der Mann soll sich bei den Befragungen durch die steirischen Ermittler ziemlich abgebrüht verhalten haben. Bei den weiteren Einvernahmen sind vorerst keine Polizisten des LKA dabei, sagte Oberstleutnant Strametz. Die Beweislast dürfte jedenfalls eindeutig sein: Auf dem Pult von einer der überfallenen Banken in Innsbruck wurde ein Fingerabdruck gesichert, der dem 48-Jährigen zugeordnet werden könne. Ferner wurden in seiner Wohnung Kleidungsstücke sichergestellt, die der Mann bei einigen der ihm zu Last gelegten Taten in Österreich getragen hatte. Dies wurde durch Bilder aus den Überwachungskameras dokumentiert.
Mittlerweile träfen auch aus dem Ausland Anfragen beim Landeskriminalamt Steiermark ein, ob einer oder beide Männer für weitere Banküberfälle im europäischen Raum infrage kommen könnten. Auf einer in der Wohnung des Hauptverdächtigen gefundenen Landkarte waren die Städte Wien, Graz und Bratislava mit einem Schreibstift eingekreist worden. Derzeit laufe das Auslieferungsbegehren, so Strametz. Zuständig sei die Staatsanwaltschaft Innsbruck, da dort am 21. Juni 2007 der erste Überfall verübt worden war.
Dem 48-Jährigen werden sechs Banküberfälle angelastet, die er im Alleingang begangen haben soll: Am 21. Juni 2007 in Innsbruck, danach im Jahr 2008 am 13. März in Salzburg, am 29. April in Klagenfurt und am 26. Juni wieder in Innsbruck, sowie am 20. Juli 2009 in Schwechat und am 2. Februar 2010 schließlich in der Grazer Moserhofgasse. Bei den Überfällen auf Kreditinstitute am 2. August 2011 in Wien und am 14. Oktober 2011 in Graz sollen laut den Ermittlern der 48-Jährige und sein 50 Jahre alter Komplize gemeinsam vorgegangen sein: Weil die eine Bank in der Theodor-Körner-Straße gerade geschlossen hatte, gingen die beiden mutmaßlichen Räuber einfach in die gegenüberliegende.
















