Post und Bawag-PSK rücken einander näher
Auch in der Post tut sich etwas: mehr Standorte, weniger Chefs.

Foto © Gernot EderByron Haynes
Jetzt ist auch Graz up to date und hat mit Wien gleichgezogen: Die erste Flagship-Filiale (Vorzeigestandort) der Bawag-PSK und der Post ist in der Annenstraße in Betrieb. Und was ist das Neue daran? Einfach gesagt, Bank und Post unter einem Dach.
Das gab es ja schon, werden viele sagen und an die Zeit denken, bevor die Postämter reihenweise geschlossen wurden. Damals hatten auch viele Postämter die Bank unterm Dach - es war die PSK (Postsparkasse). Die wurde dann von der Bawag übernommen. So schließt sich der Kreis.
Bank-Chef Byron Haynes und Post-Chef Georg Pölzl verfolgen das gleiche Ziel, nämlich "mehr an die Kunden heranzurücken" (Pölzl) und das mit einem "einzigartigen Konzept" (Haynes). Profit gibt es für beide im Wachstum. Hatte die Post 2009 inklusive der Postpartner 1520 Standorte, sind es nun rund 1900, die Bawag-PSK wird ihr Netz über die Kooperation erweitern. Wobei Haynes das Näherkommen an die Kunden unterfüttern will, "mit besseren Konditionen", was auf den Punkt gebracht heißen soll: "Es geht um einfache und verständliche Produkte." Der steirische Vertriebsleiter Friedrich Stelzer sieht viel Potenzial, denn in den Haushalten liege einiges an Geld, das nicht angelegt werde. Zuständig für die Zusammenarbeit mit der Post ist Bank-Vorstand Wolfgang Klein.
Die Bank wendet 100 Millionen Euro für die notwendigen Investitionen auf. In Österreich sind bereits 330 Gemeinschaftsfilialen fertiggestellt, das Jahresziel liegt bei 520. Über die Frequenz der Postämter sollen auch Neukunden geworben werden.
Im Vorstand der Post dominieren die steirischen Landesfarben, drei der vier Mitglieder sind Steirer. Für das Brief-Segment verantwortlich ist seit Langem Walter Hitziger und seit dem Herbst des Vorjahres gehört auch das Filialgeschäft zu seinem Bereich: "Mit der Bawag-PSK erweitern wir das Angebot und stärken unser Filialnetz nachhaltig." Hitziger ist Steirer wie Post-Chef Pölzl. Der Dritte im Bunde ist Peter Umundum, der den Paket-Bereich steuert. Die Finanzen verwaltet Walter Oblin. Er hat zumindest Verbindungen in die Steiermark, er studierte in Graz.
Der Umbau in den Vorstandsagenden hat mit Jahresende 2011 den bisherigen Filialchef Herbert Götz den Job gekostet. Er schied mit 31. Dezember aus der Post aus. Es hieß, er werde mit gleichem Gehalt wie als Vorstand bis auf Weiteres von der Post als Konsulent beschäftigt werden. Post-Pressesprecher Stephan Fuchs dementiert heftig: "Es gibt keinen Konsulentenvertrag für Götz, er ist weg von uns."
















