"Gentleman-Räuber" redet nicht mit der Polizei
Während Komplize geständig ist, leugnet mutmaßlicher Haupttäter aus Italien jeden Zusammenhang mit Bankraubserie in Österreich.

Foto © POLIZEI Franco V. leugnet, Komplize Orlando M. (Hintergrund) gestand den Überfall auf die Raiffeisen-Landesbank in Graz
Wolfgang Ofner und Uwe Weninger von der Raubgruppe des steirischen Landeskriminalamtes brachten zur Anhörung einen langen Fragekatalog mit. Der Richter in Venedig hatte ihnen auch erlaubt, an den Serienbankräuber Fragen zu stellen. Doch Franco V. (48) redete nicht mit der Polizei. Er sei unschuldig und wisse überhaupt nicht, warum er im Gefängnis sitze, erklärte er dem Richter.
Verhaftung
Der "Gentleman-Räuber", wie er in Ermittlerkreisen und in den Medien bezeichnet wird, forderte seine sofortige Freilassung - und er verlangte jene 14.000 Euro zurück, die bei seiner Verhaftung von den Carabinieri sichergestellt wurden. Das Geld, so der Beschuldigte, gehöre seiner GesmbH, die in Padua ein Lokal eröffnen wollte. Doch dazu dürfte es längere Zeit nicht kommen, denn der Richter lehnte nicht nur die Ausfolgung des Geldes, sondern auch die Enthaftung ab.
Franco V. bleibt in Haft. Ein Gericht soll in den nächsten Wochen entscheiden, ob er nach Österreich ausgeliefert wird. Er selbst lehnt eine Auslieferung ab.
Kooperativer zeigte sich Komplize Orlando M. Er gestand den beiden Kriminalisten aus der Steiermark, dass bei den letzten beiden Banküberfällen in Wien und Graz (2. August 2011 und 14. Oktober 2011) beteiligt war.
In der Zwischenzeit treffen im LKA Steiermark immer mehr Anfragen aus dem ein. Denn es wird nicht ausgeschlossen, dass der "Gentleman-Räuber" für weitere Überfälle verantwortlich ist. Bei Franco V. wurde eine Karte von Österreich und den angrenzenden Ländern gefunden. Darauf sind Wien, Graz und Bratislava dick umrandet. Jetzt wird geprüft, ob es in der Slowakei ungeklärte Banküberfälle gibt, die zur Serie in Österreich passen.
Übrigens: Bis Sonntag konnten die Kriminalisten auf Franco Vs. Facebook-Seite jeden seiner Schritte mitverfolgen. Er hatte nämlich alle seine Termine ins Netz gestellt. Dann sperrte er den Zugang völlig überraschend.


















