Murkraftwerk: Baustelle wirbelt Staub auf
Seit Sommer letzten Jahres läuft beim Land Steiermark die Umweltverträglichkeitsprüfung für das geplante Murkraftwerk in Puntigam. Gegner fürchten Feinstaubbelastung durch das Kraftwerk.
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Seit Sommer letzten Jahres läuft beim Land Steiermark die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das geplante Murkraftwerk in Puntigam. Ursprünglich hätte die mündliche Verhandlung bereits gegen Jahresende stattfinden sollen - ein Zeitplan, der inzwischen mehrfach umgeworfen wurde. Derzeit kalkuliert man behördenintern mit einem Termin Mitte März. Die Kraftwerksgegner lassen indes nichts unversucht, vor den Nachteilen des Projekts zu warnen. Jüngster Kritikpunkt: die zu erwartende Feinstaubbelastung während der zweieinhalbjährigen Bauphase.
Laut Einreichunterlagen der Energie Steiermark wird die Großbaustelle nicht ohne Auswirkungen auf die Luftgütewerte der umliegenden Umgebung bleiben. Hauptverantwortlich dafür sind Staubaufwirbelungen am Kraftwerksstandort und zusätzliche Lkw-Fahrten, etwa zum Abtransport des Aushubmaterials. "Aus den Projektunterlagen geht hervor, dass an manchen Tagen auf der Puntigamer Straße mit bis zu 864 Lkw-Fahrten zu rechnen ist. Insgesamt werden während der Arbeiten 2,5 Millionen Liter Diesel verbraucht", sagt Clemens Könczöl von der Plattform "Rettet die Mur". "Für eine feinstaubgeplagte Stadt wie Graz ist das untragbar."
Feinstaub-Jahresmittelwerte sollen steigen
Die Projektgutachter der TU Graz gehen davon aus, dass in der Errichtungsphase des Kraftwerks die Feinstaub-Jahresmittelwerte im weiteren Baustellenbereich um bis zu fünf Mikrogramm Staub pro Kubikmeter Luft ansteigen könnten. Im letzten Baustellenjahr dürfte es im näheren Umfeld des Kraftwerks sogar 20 Mikrogramm Feinstaub mehr geben. "Das sind 66 Prozent mehr als derzeit", sagt Könczöl.
Bei der Energie Steiermark schüttelt man den Kopf. "Im UVP-Verfahren wurde selbstverständlich auch das Thema Baustelle von den Umweltexperten des Landes unter die Lupe genommen. Auf dieses unabhängige Behördenverfahren vertrauen wir voll und ganz", sagt Sprecher Urs Harnik-Lauris. "Die Bemühungen, 10.000 Unterschriften gegen das Kraftwerk zu sammeln, sind gescheitert. Jetzt probiert man es offenbar mit Aktionismus und substanzlosen Aussagen."
Könczöl verweist darauf, "bereits 85 Prozent der nötigen Unterschriften" gesammelt zu haben. Wird die Zahl von 10.000 erreicht, könnte eine Volksbefragung zum Projekt erzwungen werden.


















