Gesundheitsbericht der Stadt Graz: Armut macht krank
Gesundheit ist Privileg höherer Einkommensbezieher. Stadtrat Grossmann will mehr Gesundheitsvorsorge.

Foto © Eva Maria GrieseBewegung fördern: Sozial benachteiligte Kinder leiden schon früh unter gesundheitlichen Mängeln
Gesundheit und Krankheit sind in der Stadt ungleich verteilt. Auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht heißt das: Armut macht krank. Das ist eine der Kernbotschaften des von SP-Gesundheitsstadtrat Michael Grossmann präsentierten Gesundheitsberichts der Stadt Graz, der noch von seinem Vorgänger Edmund Müller in Auftrag gegeben wurde.
Peter Stoppacher, Autor des Berichts, stellt klar, dass es in der Stadt gesundheitliche Ungleichheit und ungleich verteilte Risikogruppen gibt: "Benachteiligte Kinder und Jugendliche, arbeitsmarktferne Menschen und hier besonders Frauen, sind viel öfter krank. Auch ältere Menschen, Migranten und Suchtkranke."
In armutsgefährdeten Haushalten leidet jeder zweite Erwachsene an einer chronischen Krankheit oder gesundheitlichen Einschränkungen, in einkommensreicheren Haushalten aber nur jede fünfte Person. Armutsgefährdete Invaliditätspensionisten sterben um zehn Jahre früher als normale Pensionisten.
Frühe Handicaps
Aber auch 20 Prozent der 1930 Taferlklassler, also rund 390 Kinder, haben schon Handicaps wie Übergewicht, Hyperaktivität oder fehlende Zahnhygiene. Soziale Ungleichheit macht krank und trifft in Armut aufwachsende Jugendliche viel eher, oder auch Menschen mit psychischen Problemen, sie erhöht die Säuglingssterblichkeit, die Teenagerschwangerschaften etc.. Ein Beispiel wie gegengesteuert werden kann sei "Gesund in Gries": Im Stadtteilzentrum erfahren Menschen Hilfe und Rat, sagt Ulf Zeder vom Referat für Sozialmedizin.
"Wir wollen daher die Möglichkeiten der Gesundheitserhaltung und -förderung aufzeigen", sagt Grossmann. Er will alle bisherigen Maßnahmen der einzelnen Ressorts bündeln und deren Umsetzung weiter optimieren. Bewegung im Alltag soll mehr ins öffentliche Bewusstsein rücken. Auch Künstler sollen Ideen liefern. Ab 2013 soll, so Grossmann, die Stadt einen "Gesundheits-Euro" pro Einwohner, also rund 270.000 Euro, für gesundheitsfördernde Maßnahmen bereitstellen. Jetzt sind es 50.000 Euro.













