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Zuletzt aktualisiert: 18.01.2012 um 19:40 UhrKommentare

"Das sind extreme Einzelfälle"

Ein Fall von Tierquälerei sorgt in der Steiermark für Aufregung: Experten sind sich einig, dass auch mehr Kontrollen Fälle von Tierquälerei nicht verhindern könnten. Dahinter stecken oft menschliche Dramen.

Foto © APA/Sujet

Dutzende tote Schweine im Stall, mehrere Tiere vor dem Verhungern: Für Aufregung sorgt ein Fall von Tierquälerei auf einem Anwesen südlich von Graz, der zufällig bei einer Routinekontrolle des Amtstierarztes entdeckt wurde.

Den Vorwurf, es werde zu wenig kontrolliert, lässt Landesveterinärdirektor Peter Wagner nicht gelten: "Das sind extreme Einzelfälle. Ich glaube, selbst wenn man jeden Betrieb einmal jährlich kontrolliert, lassen sich solche Fälle nicht vermeiden."

2039 Stichprobenkontrollen wurden im Jahr 2010 bei den rund 20.000 Tierhaltern in der Steiermark durchgeführt. Kontrolliert wurden dabei Futtermittel (435 Kontrollen), Milchhygiene (628 Kontrollen) sowie die Einhaltung von Arzneimittel- (488 Kontrollen) und Tierschutzgesetz (488 Kontrollen). Wie viele und welche Höfe geprüft werden, gibt die Agrarmarkt Austria (AMA) - im Auftrag des Lebensministeriums - mit Stichprobenplänen vor. "Der Amtstierarzt bekommt nur die Liste der zu kontrollierenden Betriebe samt seitenlangen Checklisten", sagt Wagner. Zusätzlich werde bei Meldungen und Anzeigen anlassbezogen Nachschau gehalten.

Menschliches Schicksal

Tierschutzobfrau Barbara Fiala-Köck betont, dass hinter dem tierischen Leid oft menschliche Schicksale stehen. "Wer selbst verwahrlost und seine eigenen Bedürfnisse nicht mehr wahrnimmt - wie soll derjenige sich um seinen Tierbestand kümmern?", gibt Fiala-Köck zu bedenken.

Einen solchen Fall gab es erst vor wenigen Wochen: Ein weststeirischer Landwirt war bei Holzarbeiten lebensgefährlich verletzt worden. Danach stellte sich heraus, dass der 65-Jährige in verwahrlosten Verhältnissen gelebt hatte, seine zwei Hunde und die 18 Rinder waren völlig vernachlässigt.

Als Anlaufstelle für Bauern bietet die Landwirtschaftskammer unter Tel. (0810) 67 68 10 täglich von 8.30 bis 12.30 Uhr ein anonymes Sorgentelefon an.

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