Was passiert nun mit dem SK Sturm?
Der überraschende Rücktritt von Präsident Gerald Stockenhuber hat einige Änderungen zur Folge. Es gibt viel Arbeit, aber keine Unruhe im Verein, sagt Vizepräsident Günter Niederl.

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Weshalb ist es eigentlich zum Rücktritt von Präsident Gerald Stockenhuber gekommen?
Innerhalb des Vorstandes konnte seit Monaten kein Konsens in entscheidenden Punkten gefunden werden. Die logische Konsequenz für Stockenhuber war der Rücktritt. Schuldfrage gibt es nach Auskunft aller Beteiligten keine, im Gegenteil. "Es gibt keinen Streit, ich bin niemandem böse. Der Vorstand hat lange Zeit perfekt gearbeitet, Kompliment dafür", sagt Stockenhuber. Ähnlich Worte findet der aktuelle Sprecher des Vorstandes, Vizepräsident Günter Niederl: "Es gibt keinen Grund für eine Schlammschlacht. Wir akzeptieren den Rücktritt von Gerald Stockenhuber." Dennoch. Die unterschiedlichen Ansichten in Bezug auf Trainer, Sportdirektor sowie Geschäftsführung führten schlussendlich zum überraschenden Rücktritt.
Was bedeutet der Umbruch im Vorstand für die sportliche Führung im Verein?
Gerald Stockenhuber gehört der Pro-Foda-Fraktion an. Daran haben auch die zwischenzeitlichen Unstimmigkeiten der beiden vor Weihnachten nichts geändert. Aber nicht alle Vorstandsmitglieder wollen den deutschen Trainer halten. Eine Vertragsverlängerung von Franco Foda gilt daher als unwahrscheinlich. Bis zum Vertragsende im Sommer wird er wohl noch bleiben, schließlich ist ja auch das "Double" noch möglich. Ungewiss ist auch die Zukunft von Sportkoordinator Hans Lang. Vorstandsmitglieder sind auf der Suche nach einem Sportdirektor. Zwei Verantwortliche für den sportlichen Bereich wird ein Klub wie Sturm aber wohl kaum benötigen. Ist ein neuer Sportdirektor gefunden, wird dieser wohl auch einen neuen Trainer suchen.
Was wird bei der außerordentlichen Generalversammlung am 17. Jänner passieren?
Die Mitglieder werden über die Entfernung des Sponsorlogos im Vereinswappen abstimmen. Zudem wird der Vorstand um zwei oder drei Mitglieder ergänzt. Ob es bei dieser außerordentlichen Generalversammlung schon zu einer Neuwahl des Vorstandes kommen kann, ist unklar. Selbst Experten sind unterschiedlicher Auffassung. Die einen meinen, dass eine Zweidrittel-Mehrheit reicht, um die Tagesordnung neu auszuschreiben. Andere glauben, dass eine neue außerordentliche Generalversammlung ab der Neuwahl ausgeschrieben werden muss.
Welche Auswirkungen haben die Änderungen in der Klubführung auf die Mannschaft?
Sturm-Urgestein und Kapitän Mario Haas bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: "Wir sind Angestellte des Vereins. Wir haben auf diese Entscheidungen keinen Einfluss, sie sind auch zu akzeptieren." Indirekt sind die Spieler von den Änderungen in der Klubführung sehr wohl betroffen. Wie in Punkt zwei erwähnt: Der neue Sportdirektor wird vom Vorstand wohl auch mit der Suche eines neuen Trainers beauftragt. Ab Sommer könnte also ein neuer Fußballlehrer die Mannschaft trainieren, Verträge sind dann mit dem Neo-Sportdirektor zu verhandeln.
Neuer Vorstand, neuer Sportdirektor, neue Geschäftsführung. Wie kann die Zukunft aussehen?
Aktuell werden mit Leuten aus der Wirtschaft Gespräche geführt. Der Vereinsvorstand soll vergrößert und neu strukturiert werden. Immer wieder ist der Name Christian Jauk zu hören. Gibt der ehemalige Finanzvorstand ein Vorstands-Comeback? "Kein Kommentar", sagt Jauk dazu. Bei der Generalversammlung am 17. Jänner wird er dabei sein. Jauk: "Ich bin ja Mitglied." In der Causa Sportdirektor fällt der Name Walter Hörmann, als Trainer wird Ex-Co-Trainer Thomas Gerstner gehandelt. "Diese Konstellation höre ich zum ersten Mal, davon kann keine Rede sein", sagt jedoch Vizepräsident Günter Niederl.
Welche Geschäftsstruktur sollte ein Fußball-Verein in der Größe des SK Sturm haben?
Die Umwandlung in eine Fußball-AG liegt längst in der Schublade der schwarz-weißen Klubführung. Aufgrund der derzeitigen steuerlichen Bedingungen kann sich der SK Sturm eine Umwandlung in eine AG derzeit aber schlichtweg nicht leisten. Hier ist die Bundesliga gefordert, die bei der Bundesregierung vorstellig werden sollte, damit die Gründung einer AG für Fußball-Vereine vereinfacht wird. Einen Profiklub von ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern führen zu lassen, ist nicht zeitgemäß. "Warum ist die Fluktuation im Vorstand so groß? Weil ein Klub nicht nebenberuflich geführt werden kann", sagt dazu Gerald Stockenhuber.













