Gutachter im GAK-Prozess wurde abberufen
Einen schweren Rückschlag gibt es im GAK-Verfahren zu verzeichnen. Gutachter Fritz Kleiner wurde abberufen, weil er in den 80-er Jahren eine Geschäftsbeziehung mit dem Verdächtigen unterhalten hat.

Foto © Jürgen FuchsGutachter Fritz Kleiner hat mit dem Verdächtigen Geschäftsbeziehungen unterhalten
Im Verfahren gegen frühere Funktionäre des ehemaligen Bundesligisten GAK gibt es eine Verzögerung: Wie die Staatsanwaltschaft Graz am Mittwoch mitteilte, wird im Ermittlungsverfahren ein neuer Sachverständiger berufen. Der Wechsel erfolge auf Hinweis des Oberlandesgerichts, um einen Verdacht der Befangenheit zu vermeiden.
Konkret geht es darum, dass der bisherige Sachverständige in den 1980er Jahren mit einem der Beschuldigten, der ursprünglich nur als Zeuge im aktuellen Verfahren involviert gewesen war und gegen den sich erst in den vergangenen Monaten konkrete Verdachtsmomente ergeben hatten, in geschäftlicher Beziehung gestanden ist. Das habe das OLG in einer Berufungsentscheidung aufgezeigt. "Dadurch könnte in der Öffentlichkeit der Eindruck einer Befangenheit des Sachverständigen entstehen", so Hansjörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz.
Wen die Staatsanwaltschaft Graz nun als Gutachter beauftragen werde, stehe noch nicht fest. Fest steht hingegen, dass sich dadurch die Entscheidung über die Anklageerhebung "voraussichtlich um einige Monate" verzögern werde. Eigentlich sollte der Entwurf noch vor Weihnachten vorliegen.
Insgesamt sind vier ehemalige GAK-Präsidenten (Roth, Svetits, Harald Sükar, Stephan Sticher) ins Visier der Ermittler geraten. In den Untersuchungen der Justiz geht es auch um Abgabenhinterziehung und Schwarzgeldzahlungen in den Jahren 2000 bis 2006 in einer Höhe von 4,5 Mio. Euro. Außerdem wird dem Vorwurf des Betruges nachgegangen. Peter Svetits, inzwischen Präsident von Austria Klagenfurt, und eine frühere Angestellte waren im November wegen Verdunkelungsgefahr in U-Haft genommen und nach zehn Tagen wieder entlassen worden. Svetits soll der Frau Geld dafür gegeben haben, damit sie ihre Aussagen ändert. Ähnliche, von den Betroffenen dementierte Vorwürfe waren auch gegen Ölhändler Rudi Roth aufgetaucht.
















