Künstlerhaus: Kulturbaustelle mit vielen neuen Chancen
Das Grazer Künstlerhaus wird derzeit nicht nur baulich saniert, sondern auch neu strukturiert. Mehrere Vereine und Institutionen haben Interesse bekundet und verschiedenste Konzepte vorgelegt.

Foto © EderDas Grazer Künstlerhaus soll ab Herbst in neuem Glanz erstrahlen. Über die Neuorganisation wird demnächst entschieden
Die Künstler und Vereine wollen von der Politik ein klares Bekenntnis zur Kunst, mehr Transparenz und mehr Geld. Die Politik will von den Künstlern mehr Mitarbeit, mehr Sparsamkeit und weniger Geraunze. Und so ziemlich alle wollen derzeit das Grazer Künstlerhaus. So weit die aktuelle Situation in der heimischen Kulturlandschaft.
Das Künstlerhaus gilt als einer der schönsten Ausstellungsräume der Stadt. 1952 eröffnet, fanden hier die Dreiländerbiennalen "trigon" statt. Seit 2003 ist das Haus am Burgring eine Abteilung des Universalmuseums Joanneum, die sich mit den fünf Künstlervereinigungen Sezession Graz, Berufsvereinigung bildender Künstler, Steiermärkischer Kunstverein Werkbund, Vereinigung bildender Künstler und Künstlerbund die Ausstellungstermine teilt. Nun wird das Haus bekanntlich baulich saniert, wobei auch es auch zu einer Neuorganisation kommen soll.
Ideenfindung läuft
Im Rahmen der Bauarbeiten hat Kulturlandesrat Christian Buchmann Konzepte gesammelt, wie es mit dem Künstlerhaus weitergehen könnte. Der Landeskulturbeirat sei gerade dabei, eine Expertise darüber zu erstellen, verriet Buchmann im Interview mit der Kleinen Zeitung. Die Konzepte reichen vom autonomen "Künstler*innenhaus" bis zum professionellen Ausstellungshaus samt Kunstakademie.
Die fünf erwähnten Künstlervereinigungen pochen bekanntlich auf ihr "Hausrecht" und wollen "die Flamme der Tradition übernehmen". Die IG Kultur Steiermark wiederum fordert ein offenes "Künstler*innenhaus" ohne Hierarchien. Eva Ursprung von der IG Kultur: "Das Wesentliche an unserem Konzept ist, dass es für alle Künstler der Steiermark offen ist. Der nächste Schritt wäre ein freies Atelierhaus, wo man arbeiten kann."
"Professionelles Ausstellungshaus" gefordert
Ein weiteres Konzept stammt von Margarethe Makovec (
Zur Ideenfindung eingeladen wurde auch das Stadtmuseum. Direktor Otto Hochreiter: "Das Künstlerhaus ist ein Haus mit Geschichte und soll auch künftig als Ausstellungshaus nach außen strahlen. Wichtig dabei ist die Kooperation mit regionalen und überregionalen Partnern."
Im Joanneum gibt man sich diplomatisch: "Wir sind für alle sinnvollen Lösungen offen, die der Kunstszene dienen", sagt UMJ-Intendant Peter Pakesch.
















