Franziskaner heizen mit Solarenergie
Neue Solaranlage am Grazer Franziskanerkloster sorgt nicht nur im Inland für Aufsehen. Nachgedacht wird jetzt auch über Windenergie.

Foto © Gernot EderSonnenenergie tanken in der Grazer Altstadt: Über dieses Projekt gibt es sogar schon eine TV-Dokumentation
Irgendwie hat es den Anschein, als würde sich die Sonne mit den Grazer Franziskanern mitfreuen. Über die kürzlich fertiggestellte Solaranlage auf dem Dach und an der Fassade des Südtraktes des Klosters in der Grazer Innenstadt nämlich. Zusammen mit der Wärmepumpe sorgt die Sonnenenergie für wohlig warme Räume, die zugeschaltete Fernwärme musste vorerst noch nicht aktiviert werden.
Möglichst energieautark werden - das war die Devise im Zuge der Generalsanierung des rund 800 Jahre alten Klostergebäudes im Zentrum von Graz. Deswegen wurde auf die thermische Sanierung besonderes Augenmerk gelegt. Mit der Nutzung der Sonnenenergie hat man aber nur eine erste Etappe zum Ziel erreicht. "Zusammen mit den anderen 23 Klöstern unserer Ordensprovinz könnten wir etwa die Windenergie nutzen, um auch eigenen Strom zu erzeugen", denkt der für den Bau verantwortliche Pater Matthias Maier voraus.
Denn Strom wird derzeit auch für die Wärmepumpe gebraucht, über die aus dem Grundwasser Wärme entnommen wird. Das heiße Wasser aus den Sonnenkollektoren - an sonnigen Tagen ist man schon auf 115 Grad gekommen - wird über die Wärmepumpe zugeschaltet. Und über drei große Pufferspeicher kann Wärme auch für weniger schöne Tage "gelagert" werden.
Die Raumheizung funktioniert über Kupferrohre unter dem Wandverputz. Die dicken Klostermauern dienen gleichzeitig als Wärmespeicher. Nur in den Badezimmern läuft das System auch über die Fußböden. Und ebenso stammt das gesamte benötigte Warmwasser daraus.
Dieser erste Versuch zur Nutzung der Sonnenenergie in der Grazer Altstadt stößt überall auf großes Interesse. "Wir haben schon viele Anfragen von Interessenten aus dem In- und Ausland, die sich die Anlage anschauen wollen", erzählt Pater Matthias. Der deutsche TV-Sender 3sat hat bei den Franziskanern gefilmt und will die Dokumentation unter dem Titel "Bauen mit Hausverstand" ausstrahlen.
Etwa zwei Drittel der Generalsanierung, die in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt geplant wurde, sind jetzt abgeschlossen. Rund 6,8 Millionen Euro wurden dafür in den letzten beiden Jahren aufgewendet. Ein Teil der Gelder kam aus Förderungen von Stadt Graz, Land Steiermark und dem Bund. So wurde die Solaranlage selbst zu 50 Prozent aus dem Klimafonds der Bundesregierung gefördert. Aber auch viele Privatspender hätten zum Teil mit beträchtlichen Beiträgen mitgeholfen.
"Jetzt brauchen wir aber eine Verschnaufpause, ehe es wieder weitergeht", meint Pater Matthias.
















