Die Baustelle Arbeitsmarkt
Job-Ausblick 2012: Zahl der Arbeitslosen wird in der Steiermark um 1000 bis 1800 ansteigen, doch die großen Probleme liegen woanders. Wichtige Betriebe bauen derzeit eher Stellen ab als auf.

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Das Horrorjahr 2009 für den steirischen Arbeitsmarkt steckt vielen noch in den Knochen. Binnen weniger Wochen stieg die Zahl der Arbeitslosen in der Steiermark sprunghaft um 10.000 an. Droht uns angesichts des zuletzt eingebremsten Wirtschaftswachstums auch 2012 ein ähnliches Szenario?
Mitnichten, meint der Chef des steirischen Arbeitsmarktservice (AMS), Karl-Heinz Snobe. "Wir haben keine Krise, wir haben vielmehr die große Angst vor der Krise." Zwar steigt seit September 2011 die Zahl der Arbeitslosen wieder an, "aber nicht annähernd in dem Ausmaß wie 2009". Mit dem Budget, das vom Bund für 2012 wohl nicht erhöht wird, werde man also auskommen.
Insgesamt rechnet Snobe, dass es Ende 2012 um 1000 bis höchstens 1800 Arbeitslose mehr gibt als derzeit. Auch wenn jeder einzelne Steirer, der den Job verliert, einer zu viel ist, so fallen die Prognosen des steirischen AMS-Chefs doch deutlich optimistischer aus als jene von anderen Wirtschaftsforschern. Seine Begründung, warum die Arbeitslosigkeit in der Steiermark 2012 nicht so stark wie im Bundesschnitt ansteigen werde: "Vor allem die hierzulande so wichtigen Industrie- und Produktionsbereiche bauen derzeit eher Jobs auf als ab." Nur ganz vereinzelt gebe es Industriebetriebe, die Mitarbeiter zum AMS schicken. Betroffen vom Jobverlust seien jetzt Hilfskräfte, "von den 1400 zusätzlichen Arbeitslosen seit September haben 1200 nur einen Pflichtschulabschluss."
AMS statt Frühpension
Womit wir zu den Baustellen des Arbeitsmarktes im nächsten Jahr kommen. Die größte Sorge, und das hört man im AMS ebenso wie in Hunderten Betrieben, ist jene, dass es an Fachkräfte-Nachwuchs fehlt (siehe rechts). Vor allem in den Industriegebieten außerhalb des Ballungszentrums Graz. Das führt so weit, dass trotz eingebremster Wirtschaft viele Betriebe dazu übergehen, gut qualifizierte Zeitarbeiter sogar fix anzustellen. "Aus Angst, dass dieser zur Konkurrenz geht", so Snobe.
Qualifizierung sei daher das größte Thema im AMS für 2012, und wirksame Instrumente gegen die Altersarbeitslosigkeit. Denn diese stieg zuletzt auch in der Steiermark im zweistelligen Prozentbereich an. Macht die Regierung nun ernst und erschwert den in Österreich gerne praktizierten Gang in die Frühpension, "wird die Zahl der über-50-jährigen Arbeitslosen überproportional steigen", so Snobe. Zu lange hätten hier vor allem staatsnahe Unternehmen via "Golden Handshake" versteckte Arbeitslose ins Pensionssystem "ausgelagert".
Top und Flop
Ein schwieriges Jahr dürfte jedenfalls die Bereiche Gesundheit, Pflege und Bildung erwarten, da ist mit Jobabbau zu rechnen. "All jene Bereiche, die von Aufträgen der öffentlichen Hand abhängen, werden wohl von Einsparungen betroffen sein", so Snobe. Gute Job-Aussichten gibt's dafür im Anlagenbau, im klassischen Handwerk und im Tourismus.
















