Die Graz 99ers zu Gast im Land der Legionäre
Gastspiel in Zagreb heißt es für die 99ers am Stefanitag. Die Kroaten liegen in der Tabelle auf Platz drei, im Legionärs-Ranking sind sie Nummer eins.

Foto © GEPADustin Van Ballegooie
Nach der 1:4-Niederlage in Linz müssen die 99ers am Stefanitag nach Zagreb. Auch keine leichte Aufgabe, denn die Kroaten mischen heuer ganz vorne mit und liegen in der Tabelle aktuell auf Platz drei. Der Erfolg ist allerdings mit einer fast unheimlichen Legionärsquote erkauft. 21 Mann im Zagreb-Kader sind nicht in Kroatien geboren - ein absoluter Spitzenwert in der Liga. Wobei nur acht "echte" Legionäre das Trikot mit dem Bären auf der Brust tragen.
13 Zagreb-Cracks sind Doppelstaatsbürger - einige haben kroatische Vorfahren, andere nur im Schnellverfahren einen kroatischen Pass bekommen. Die kroatische Fremdenlegion setzt sich aus Spielern zusammen, die in Kanada, den USA, Russland, Deutschland, Slowenien und der Schweiz geboren wurden.
Die meisten haben AHL-Vergangenheit und nicht wenige in der Liga fragen sich, wie es Zagreb eigentlich schafft, die Punkteregel einzuhalten. Der 22-Mann-Kader darf ja insgesamt nur auf 60 Punkte kommen, wobei jeder Legionär mit vier Zählern bewertet wird. Bleiben also für die 13 Doppelstaatsbürger nur noch 28 Punkte übrig. Da aber fast alle aus starken Profi-Ligen kamen, bleibt Raum für Spekulationen, wie da eigentlich bewertet wurde. Zwei Punkte haben nämlich eigentlich nur Ergänzungsspieler. Die Liga findet aber keinen Grund zur Beanstandung.
Markt leer gefegt
Die 99ers liegen mit ihren zehn Legionären nicht einmal im Spitzenfeld der Liga (siehe Grafik). Es wird zwar von fast allen Klubs immer wieder die Notwendigkeit betont, dass mehr und bessere Nachwuchsarbeit nötig sei, die Handlungen gehen aber nicht unbedingt in diese Richtung. Dass in der nächsten Saison bis November unbegrenzt Legionäre getauscht werden können, wird dem heimischen Nachwuchs auch nicht unbedingt helfen.
Die 99ers suchen aktuell übrigens weiter nach einem Legionär für die Abwehr, allerdings ist der Markt derzeit wie leer gefegt. Irgendwie bezeichnend.












