Mutter infizierte Baby mit HIV: Verhandlung vertagt
Angeklagte hatte das Kind trotz Warnung der Ärzte nicht durch Kaiserschnitt zur Welt gebracht und es außerdem entgegen den ärztlichen Empfehlungen gestillt.

Foto © ScheriauMutter muss sich erneut vor Gericht verantworten
Bereits zum wiederholten Mal musste sich am Montag eine 41-Jährige am Grazer Straflandesgericht verantworten, weil sie ihr Baby bei der Geburt 2009 mit HIV angesteckt haben soll. Sie hatte das Kind trotz Warnung der Ärzte nicht durch Kaiserschnitt zur Welt gebracht und es außerdem entgegen den ärztlichen Empfehlungen gestillt. Die Angeklagte, die seit 20 Jahren HIV-positiv sein soll, leugnete bisher immer die Existenz der Krankheit.
Anklage
Die Beschuldigte hatte sich bereits vor einem Jahr wegen schwerer Körperverletzung, Verbreitung einer übertragbaren Krankheit, Körperverletzung mit schwerer Dauerfolge und Verleumdung verantworten müssen. Sie wurde wegen Körperverletzung an ihrer Tochter zu zehn Monaten bedingter Haft verurteilt, die anderen Punkte fielen weg. Doch die Angeklagte berief gegen das Urteil, und das Oberlandesgericht hob es auf.
Seit Juli wird der Prozess nun ein zweites Mal durchgeführt, doch es hat sich nichts geändert. Die Beschuldigte ist nach wie vor der Meinung, dass sie selbst gesund sei und daher auch ihr Baby - es war ihr viertes Kind - hätte weiter stillen können. Das wurde jedoch vonseiten der Behörden verhindert, indem den Eltern das Sorgerecht und das Kind entzogen wurden. Die Angeklagte wollte auch diesmal den Zusammenhang zwischen ihrer Erkrankung und der Abnahme des Kindes nicht wahrhaben.
"Die Behörden haben behauptet, ich bin HIV-positiv", meinte sie auf Befragung durch Richter Raimund Frei, warum ihr das Stillen verboten worden war. "Da sind wir uns ja einig", so der Richter. "Nur weil es die Behörden sagen, muss es nicht stimmen", zeigte sich die Beschuldigte auch diesmal wenig einsichtig. Der Vater des Mädchens und Ehemann der Frau, der ebenfalls an Aids erkrankt war, ist im Mai 2010 gestorben. Die drei älteren Kinder sind gesund und wurden bei Pflegefamilien untergebracht. Die Verhandlung wurde auf Ende Jänner vertagt, dann sollte es zum zweiten Mal in dieser Sache ein Urteil geben.













