Die Straftäter werden immer brutaler
In der Steiermark geht zwar die Zahl der von Minderjährigen verübten Straftaten zurück. Zum Problemfall sind aber die 18- bis 21-Jährigen geworden.

Foto © APADiebstahl ist das häufigste Delikt, das Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren begehen
15 und kriminell: In das Haus ihrer Großeltern hat eine Salzburgerin mit ihrem Freund (17) eingebrochen und dabei Bargeld, Schmuck und Gold im Wert von 20.000 Euro erbeutet. Noch jünger war ein Quartett, das gerade in Wien ausgeforscht wurde: Ein Mädchen (13) und drei Burschen (13 bzw. 14) wurden nach Einbrüchen, Mopeddiebstählen und Sachbeschädigungen erwischt. Der Schaden beträgt 50.000 Euro.
Diebstahl, Einbruch, Raub und Körperverletzung sind jene Delikte, in denen junge Täter besonders häufig straffällig werden. Rund 57.000 österreichweit im vergangenen Jahr ermittelte Verdächtige waren zwischen 14 und 21 Jahre alt. Das ist knapp ein Viertel aller im vergangenen Jahr ermittelten Täter.
Rund 25 Prozent dieser Jugendlichen und jungen Erwachsenen hatten einen oder mehrere Einbrüche verübt. "Diebstahl und Einbruch sind unter Jugendlichen die häufigsten Delikte. Dahinter steckt meist Beschaffungskriminalität, weil die Jugendlichen Geld für Vergnügungen, aber auch Suchtmittel brauchen", erklärt Helmut Greiner, Sprecher des Bundeskriminalamtes.
"Die Jugend darf nicht kriminalisiert werden", warnt Erwin Strametz vom Landeskriminalamt. "In der Steiermark ist die Zahl der 14- bis 18-jährigen Täter heuer bei den Delikten Raub, Diebstahl, Sachbeschädigung und Körperverletzung rückläufig." Die Zahl der Körperverletzungen ist bis Ende September im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel auf 337 Fälle gesunken. Allerdings macht der Ermittler einen Anstieg der Gewaltintensität - etwa bei Raubdelikten - in den vergangenen Jahren aus. "Das betrifft aber nicht nur die Jugendlichen, sondern das bezieht sich auf Straftäter aus allen Altersgruppen", betont Strametz.
Problematisches Alter
Als wahres Problemfeld kristallisiert sich in Österreich die Gruppe der 18- bis 21-Jährigen heraus. Sowohl bei den Einbrüchen (plus 11,7 Prozent), bei den Diebstählen (plus fünf Prozent) und vor allem beim Raub (plus 19,3 Prozent) stieg die Zahl der straffälligen jungen Erwachsenen im heurigen Jahr. Auch in Graz spiegelt sich das Bild wider: Von bisher 55 ausgeforschten Straßenräubern waren 50 jünger als 21 Jahre.
Mit der Aktion "Bleib sauber - Jugend OK" leistet die Polizei derzeit Präventionsarbeit, um der Jugendkriminalität entgegenzuwirken. "Bisher wurde das Projekt immer zu Schulbeginn durchgeführt. Heuer wurde bewusst der Dezember ausgewählt, weil es rund um Weihnachten und Silvester mit erhöhtem Alkoholgenuss zu mehr Straftaten von Jugendlichen kommt", betont Strametz. Bis Ende des Jahres gibt es in der gesamten Steiermark Aktionen in Schulen und Gemeinden, die unter anderen von den 40 Jugendpräventionsbeamten, die speziell auf Jugendgewalt geschult sind, begleitet werden.
















