"Shared Space" mit positiver Bilanz in Graz
Guter Start für das umstrittene Projekt Shared Space am Grazer Sonnenfelsplatz. Lisa Rücker zieht zufrieden Bilanz.

Foto © JÜRGEN FUCHS Shared Space: Ohne nennenswerte Zwischenfälle verlief bisher das Projekt am Sonnenfelsplatz
Vom täglichen Crash, den viele befürchtet haben, ist man nach zwei Monaten weit entfernt. So gesehen hat der um rund 740.000 Euro zum Shared Space umgestaltete Sonnenfelsplatz seine Feuertaufe bestanden. Für die Bürgerbeteiligung bei der Planung gab es jetzt einen Preis von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT).
So sieht die Bilanz aus: Unfallfrei: Natürlich war man auch bei der Polizei neugierig auf das Geschehen am Sonnenfelsplatz. "Aber bisher hat es absolut keinen Einsatz betreffend eines Unfalles gegeben", heißt es. Allerdings: Zuständig ist die Polizei nur für Unfälle mit Personenschäden. Aber auch Blechschäden sind kaum bekannt. Lediglich zwei Poller wurden einmal verschoben, heißt es im Rathaus.
Weniger Tempo: Entsprechend zufrieden zeigt sich die Grazer Verkehrsreferentin, Vizebürgermeisterin Lisa Rücker (Grüne). Einer der entscheidenden Punkte in der Vorher-nachher-Untersuchung durch das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) sei die Tatsache, dass die Geschwindigkeit nach der Umgestaltung merkbar gesunken ist - sowohl auf dem Sonnenfelsplatz selbst als auch in den Nebenstraßen. Rücker: "Es gibt deutlich weniger Konflikte als früher, praktisch gar keine mehr. Es ist eine sehr entspannte Form des Verkehrsgeschehens."
Neugestaltung: Wenn die begleitende Untersuchung des KfV im Detail ausgewertet ist, werde man über eventuelle Änderungen diskutieren. Die Neugestaltung ist mittlerweile mit der Pflanzung der Bäume praktisch abgeschlossen. Lediglich die endgültigen Sitzpoller werden noch angebracht, heißt es im Büro Rücker.
Klagen über Radler: Doch für viele Verkehrsteilnehmer ist der Sonnenfelsplatz nach wie vor gewöhnungsbedürftig. Klagen gibt es seit Beginn und auch weiterhin über disziplinlose Radfahrer.
Überlegungen für weitere Shared-Space-Projekte in Graz gibt es rund um die Annenstraße. Der Metahofplatz bei der Babenbergerstraße und der Esperantoplatz werden derzeit auf ihre Eignung geprüft.
















