Wo sind die Stronach-Zahlungen?
Weitere Verdachtsfälle in der Causa Svetits: Dabei geht es Medienberichten zufolge um den Verbleib von Zahlungen, die in der GAK-Buchhaltung nicht aufscheinen.

Foto © KLZ / HoffmannPeter Svetits
Dem früheren GAK-Präsidenten Peter Svetits könnte neues Ungemach seitens der Justiz drohen. Wie das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, ermittelt die Grazer Staatsanwaltschaft gegen den 53-Jährigen nicht nur wegen angeblicher Schwarzgeldzahlungen und des Verdachts der Zeugenbestechung, sondern auch in zwei weiteren Verdachtsfällen.
Dabei geht es um den Verbleib von zehn Millionen Schilling (726.728 Euro), die Frank Stronach Anfang Dezember 1998 über seine Sportwetten GmbH dem GAK für die Abtretung der Transferrechte des Spielers Dieter Ramusch zukommen ließ. Der zweite Fall betrifft eine angebliche Darlehensrückzahlung an Svetits von 660.000 Euro im April 2005, wobei laut Gerichtsgutachten beide Geldflüsse in der Buchhaltung des Vereins nicht aufscheinen.
Fehlende Stronach-Millionen
Laut "trend" ist das Fehlen der Stronach-Millionen, denen ein Fünf-Jahres-Vertrag im Gesamtwert von 25 Millionen Schilling (1,82 Mio. Euro) zugrunde lag, erst 2005 aufgefallen, nachdem der GAK seine - laut eigener Buchhaltung - noch offenen Forderungen an Stronach an eine Bank zediert hatte, die in der Folge die Sportwetten GmbH auf Zahlung klagte. In der Folge stellte sich heraus, dass der Magna-Magnat dem GAK bereits am 1. Dezember 1998 zwei Schecks von zehn Millionen Schilling (726.728 Euro) übergeben hatte, wovon aber nur einer im Zusammenhang mit dem Ramusch-Vertrag verbucht wurde. Laut Svetits soll Stronach gemeint haben, "dass er das Geld jetzt einmal gebe, man müsse dann später noch einen Titel dafür finden".
Vertrauliche Beschwerde-Mail
Unterdessen berichtete der "Kurier" (Sonntag-Ausgabe) von einem vertraulichen Mail Svetits' an Freunde und Bekannte, in dem er sich über die seiner Meinung nach ungerechte Behandlung durch die Justiz beschwert. Er habe der ehemaligen GAK-Sekretärin kein "Bündel 500er", sondern zwischen August und November nur 3.000 bis 4.000 Euro gegeben - und das laut Svetits ohne Gegenleistung. Es sei "dokumentiert, dass ich jedes Mal sagte: 'Ich will nichts von dir, du brauchst nichts zu tun für mich, sondern nur die Wahrheit zu sagen'", zitierte der "Kurier" aus dem Mail.
Darin erzählte Svetits auch davon, dass die Ex-Sekretärin nach eigenen Angaben von den Behörden unter Druck gesetzt werde, damit sie beim GAK "alle anpatzt" und dadurch gut davonkommen könnte. "Dies hörten auch andere Beschuldigte in der Causa GAK, und sie baten mich, ob ich das nicht schriftlich von der ehemaligen Mitarbeiterin besorgen könne", schrieb der frühere GAK-Chef, der sich selbst als Bauernopfer sieht.
Svetits wurde am 14. November wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft genommen und am Mittwoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Er war im Zuge einer polizeilichen Überwachung beobachtet worden, wie er der Ex-Sekretärin Geld übergab. Angeblich soll er damit versucht haben, sie von belastenden Aussagen abzubringen.
Insgesamt vier ehemalige GAK-Präsidenten sind ins Visier der Ermittler geraten. In den Untersuchungen der Justiz geht es auch um Abgabenhinterziehung und Schwarzgeldzahlungen in den Jahren 2000 bis 2006 in einer Höhe von 4,5 Mio. Euro, außerdem wird dem Vorwurf des Betruges nachgegangen.

















