"Ein Landesvater, der zuhören und zulassen konnte"
Die offizielle Steiermark gedachte eines großen Landeshauptmanns.
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GRAZ. Es war eine würdige Feier. Das Land Steiermark gedachte eines großen Steirers, des früheren Landeshauptmanns Josef Krainer, dessen Todestag sich am kommenden Montag zum 40. Mal jährt. "Ein Stück Fleisch und Blut gewordene Steiermark", zitierte Landeshauptmann Franz Voves den früheren Landtagspräsidenten Hanns Koren. Josef Krainer sen. - sein Sohn, der spätere Landeshauptmann Josef Krainer jun. saß als Zuhörer in dem mit mehr als 300 Personen überfüllten Weißen Saal der Grazer Burg - habe das Land ab 1948 für 23 Jahre lang geprägt, habe die klassische Figur des "Landesvaters" geprägt, sagte Voves. Und er sei in all diesen Jahren "ein Mann der Zusammenarbeit" gewesen, nahm er Bezug auf die heutige Zeit. Er habe mutige und heftig umstrittene Reformschritte gesetzt, die nicht immer sofort auf Zustimmung gestoßen seien.
Diesen Ball spielte der Initiator der Veranstaltung, Landeshauptmannstellvertreter Hermann Schützenhöfer, weiter: Krainer habe die notwendigen Reformen nicht gescheut und habe die Zahl der steirischen Gemeinden von damals 1004 auf 561 reduziert - "und ist trotzdem wiedergewählt worden". Das alles sei möglich gewesen, weil Krainer "ein Mann war, der seine Wurzeln nie verleugnet hat, ein Mann der Zusammenarbeit, ein Europäer, aber vor allem einer, der zuhören und zulassen konnte".
Wolfgang Mantl, dem eigentlichen Festredner, blieb in einer exzellenten Rede fast nur noch, Krainer als "Erfinder der steirischen Breite" darzustellen, einer Breite, die in der heutigen "Reformpartnerschaft" wiederzufinden ist.
Im Anschluss wurden drei Josef-Krainer-Zukunftspreise vergeben, also Preise für aktuelle Leistungen mit einer Perspektive in die Zukunft: an die Jungfilmerin Marie Kreutzer (die Tochter der grünen Landtagsabgeordneten Ingrid Lechner-Sonnek), an Richard Kühnel, EU-Vertreter in Österreich, und an die Kastner & Öhler-Chefs Thomas Böck und Martin Wäg.


















