Künstlerhaus Graz: Konzepte zur künftigen Neupositionierung
Das Künstlerhaus ist seit Wochen von einem Bauzaun umzingelt: Dabei handelt es sich jedoch um keine Kunstperformance, sondern um eine Generalsanierung. 2012 wird Ausstellungs- und Veranstaltungsort im Stadtpark wiedereröffnet. Uneinigkeit herrscht bei Kulturfachleuten über Status und Nutzung.

Foto © GepaArchivbild
Eröffnet wird das 1952 errichtete Künstlerhaus wieder Ende 2012. Über eine Neupositionierung des Hauses am Stadtpark wird hingegen in Graz derzeit eifrig diskutiert: Aktuell liegen sechs Konzepte vor, die im Auftrag von Kulturlandesrat Christian Buchmann (V) an den Landeskulturbeirat zur Begutachtung weitergeleitet wurden.
Die Konzepte wurden vom Universalmuseum Joanneum, dem Grazer Stadtmuseum, den Künstlervereinigungen (Beate Landen), vom Künstler-Paar Nestler-Rebeau, den Kulturschaffenden Luise Kloos, Erika Lojen, Edith Temmel sowie von der IG Kultur eingereicht. Zudem hat die IG Kultur im November ein Manifest veröffentlicht, in dem laut Vorstandsmitglied Anita Hofer "ein offenes, selbstverwaltetes Haus von und für Künstlern gefordert wird." Diese Aufforderung richtet sich dezidiert an Peter Pakesch, dem Intendanten des Universalmuseums Joanneum, dem das Künstlerhaus seit 2003 zugeordnet ist.
Idealfall: Haus von Künstlern verwaltet
Hofer betonte im APA-Gespräch, dass die IG Kultur kein Eigeninteresse am Haus habe, sondern stellvertretend für die steirischen Künstler die Rechte auf eine professionelle Infrastruktur einfordere. "Die Schließzeit von einem Jahr soll dafür verwendet werden, Künstler und Kulturvermittler einzuladen, um in Projektpräsentationen und Hearings herauszufinden, was für das Haus am sinnvollsten ist. Im Idealfall soll das Haus von Künstlern verwaltet werden." An Vergleichsmöglichkeiten solle es nicht fehlen, so Hofer: "Die Sezession in Wien ist hier beispielgebend. Wir wollen ein offenes und experimentierfreudiges Kunsthaus."
In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "profil" (Montag-Ausgabe) hatte Peter Pakesch klargestellt, keine Besitzansprüche auf das Künstlerhaus zu haben. Im APA-Gespräch plädierte er für ein offenes Haus, "das internationalen Anspruch haben soll und nach außen ein starkes Profil zeigen muss."
Das Künstlerhaus Graz wurde am Burgring 2 vom Stadtbauamt unter Beratung von Leo Scheu erbaut und 1952 eröffnet. Es war seit jeher ein Ausstellungsort steirischer Künstler. Viele Künstlervereinigungen konnten hier ihre Jahresausstellungen abhalten. Jedoch wurde das Haus auch für Einzelausstellungen offen gehalten.


















