Die Königsklasse gibt es für vier Euro
Ein Solo vom Mittelkreis, ein Tor aus 40 Metern und auf dem Parkplatz ein Flohmarkt: ein Lokalaugenschein bei LUV Graz.

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Fußball muss nicht immer attraktiv sein. Er muss auch nicht immer athletisch sein. Und oftmals wird auf dem Rasen so viel gekämpft, wie bei Tisch um Mamas ungeliebtes Gemüse - nämlich gar nicht. Ein Schelm, wer jetzt an Frauenfußball denkt. Denn beim Spiel der Frauenfußball-Bundesliga zwischen LUV Graz und Neulengbach gab es viel zu sehen. Nur Querpässe in der Viererkette und das Anrühren von Beton, das suchte man vergebens.
Dabei gastierte zum Abschluss der Herbstsaison niemand geringerer als der achtfache Ligameister in der Grazer Grottenhofstraße. Bis in die K.o.-Runde der Champions League hatten sich die Damen aus Niederösterreich zuletzt gedribbelt, ehe im Achtelfinale der Königsklasse gegen Malmö Schluss war.
Zugegeben: Champions-League-Flair kommt nicht wirklich auf, da hilft auch die siebenköpfige Ordnermannschaft nicht - und der Flohmarkt auf dem Parkplatz schon gar nicht. Dafür ist die Atmosphäre angenehm heimelig. Man kennt sich, grüßt sich, tauscht sich aus, hat Spaß am Fußball. Alkoholexzesse und Pöbeleien, wie beim vermeintlich stärkeren Geschlecht, gibt es nicht. Dafür aber Fußball vom Feinsten.
T rainer Gerhard Vidovic musste zwar auf fünf Stammkräfte verzichten, doch das fiel kaum ins Gewicht, denn die Grazerinnen kämpften über 90 Minuten beherzt. Auch wenn die Gäste nach 15 Minuten auf 1:0 stellten.
Die Aktion des Spiels gehörte der Grazerin Cornelia Haas: Wie ihr männlicher Namensvetter in seinen besten Zeiten legte sie fünf Minuten vor der Halbzeitpause einen Sololauf vom Mittelkreis hin, ließ per Körpertäuschung drei der erfolgsverwöhnten Niederösterreicherinnen aussteigen und schloss mustergültig zum 1:1 ab. Bitter: Nur vier Minuten später traf Alves Monica Hickmann (übrigens eine von drei Brasilianerinnen in der Startelf von Neulengbach) per Gewaltschuss aus 40 Metern zum 1:2. Dass es am Ende 1:4 stand, tat der Stimmung keinen Abbruch. Zumal es das alles zum Eintrittspreis von nur vier Euro gab.
Zufrieden war auch Vidovic, wenngleich er mit der Leistung von Schiedsrichterin Tanja Schett haderte. Für die Winterpause haben sich die Grazerinnen viel vorgenommen: individuelle Trainingspläne und Verstärkungen - man will ja attraktiv bleiben.













