"Biedermann und die Brandstifter": Grobschlächtiger Hochmut
Zuviel des Zeigefingers im Max-Frisch-Drama auf der Probebühne des Grazer Schauspielhauses.

Foto © Schauspielhaus I Lupi Spuma
Die Globalisierung, der Werteverfall - zu viel Fremdes tut nicht gut." Kein Satz von Max Frisch aus "Biedermann und die Brandstifter". Aber gut, eine Anspielung auf die aktuelle Politik hat in der Studie verhängnisvoller bürgerlicher Geschmeidigkeit aus 1958 schon ihren Platz.
Es werden aber mehr in Bernadette Sonnenbichlers Regie auf der Probebühne des Schauspielhauses: Da fantasiert ein Brandstifter, dessen "Mutti wollte, dass ich Zahntechniker werde", vom Heizwert von Kebapständen. Stramme Trinksprüche sind mieseste Propaganda gegen Juden und Migranten. Dazu das "Dollfuss-Lied" der Austrofaschisten, Plakate von Vlaams Belang, Front National . . .
Danke, das war überdeutlich! Solche Grobschlächtigkeit tut dem Autor grausam Unrecht und unterschätzt hochmütig das Publikum. Auch Schulklassen, für die sich die temporeiche Produktion mit (gelungenen!) Gags wohl maßgeschneidert glaubt. Bestens aufgelegt agieren trotz allem Sebastian Reiß und Evi Kehrstephan als feige Bürger, Thomas Frank und Christoph Rothenbuchner als schmierig-unwiderstehliche Kriminelle. Schön schräg: Simon Käser als Dienstmädchen Anna.
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"Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch auf der Probebühne des Grazer Schauspielhauses.
Weitere Vorstellungen: 18. und 23. November, 3. und 6. Dezember 2011.
















