Robert Höldrich: "Weiterentwicklung findet nicht statt"
Robert Höldrich, provisorischer Rektor der Kunst-Uni, über die Defizite und Schwierigkeiten ohne ein vernünftig gewähltes Rektorat.

Foto © KunstuniRobert Höldrich
S ie sind seit ein paar Wochen provisorisch als geschäftsführender Vizerektor im Amt. Was bedeutet dieser Umstand für die Kunst-Uni?
ROBERT HÖLDRICH: Wir hatten einen Rektor, der Vollzeit tätig war, und drei Vizerektoren, die halbtägig tätig waren. Jetzt haben wir zwei halb beschäftigte Vizerektoren. Dass da gewisse Dinge nicht gehen, liegt auf der Hand. Aber mit dem Positiven zuerst: Wir haben einen klaglos funktionierenden Lehrbetrieb, alle künstlerischen und wissenschaftlichen Projekte laufen, wir haben das Abo eröffnet und die 900 Veranstaltungen werden wie geplant stattfinden.
So, wie Sie das schildern, könnte man ja überhaupt auf einen Rektor verzichten . . .
HÖLDRICH: Das Thema Weiterentwicklung der Uni kann nicht stattfinden. Wir müssten eigentlich den Entwicklungsplan diskutieren, auf dessen Basis dann die nächste Leistungsvereinbarung fußt, und da geht es letztlich ums Geld.
Was will man auch diskutieren, wenn die Gremien sich nicht einmal auf einen Rektor einigen können?
HÖLDRICH: Die Frage der Rektorswahl hat in den letzten Monaten viel Energie gebunden. Wir beide sind beauftragt, die Uni gut im Regelbetrieb zu führen, aber wir sind weder legitimiert, noch haben wir die Zeitressourcen, um in die Zukunft zu planen.
Was bleibt auf der Strecke?
HÖLDRICH: Ausgesetzt wurden die internationale Präsenz, das Qualitätsmanagement und Gender-Mainstreaming.
Aber das wünschen sich ja vielleicht manche . . .
HÖLDRICH: Die Frage ist zu gut, als dass ich sie mit einer Antwort entwerten möchte.
Wie geht es jetzt weiter?
HÖLDRICH: Der Dreiervorschlag wurde vom Ministerium aufgehoben, der Senat hat jetzt Beschwerde eingereicht beim Höchstgericht. Den Inhalt dieser Beschwerde kenne ich nicht und weiß auch nicht, ob damit auch eine Aufschiebung der Rektorswahl verlangt wird. Wenn Letzteres der Fall ist, sollte das Höchstgericht zumindest darüber rasch entscheiden. Ich hoffe und bin optimistisch, dass wir im Frühjahr so weit sind, einen neuen Rektor zu wählen.

















