30 Jahre gegen Gewalt
Das Grazer Frauenhaus feiert runden Geburtstag, zieht eine gemischte Bilanz und hat eine Reihe von dringenden Wünschen an die Politik.
Begonnen hat alles in einer alten Jugendstilvilla im Jahr 1981. Was prachtvoll klingt, hieß in der Realität: sieben Zimmer für 30 Frauen samt Kindern, zwei Bäder und eine Hausratte im Keller. "Damals", sagt Ruth Tesselaar, "war das Thema Gewalt gegen Frauen ein Tabu." Es war ein mühsamer Kampf, der Öffentlichkeit klarzumachen, dass betroffenen Frauen geholfen werden muss, erinnert sich die Leiterin des Frauenhauses.
Heute, 30 Jahre später, ist das selbstverständlich, die Institution selber stellt niemand infrage. Probleme gibt es aber genug: Die Wohnversorgung der Frauen nach dem Aufenthalt im Frauenhaus ist wohl das größte. "Für Alleinerzieherinnen mit Kind ist es fast unmöglich, eine Wohnung am freien Markt zu finanzieren", sagt Michaela Gosch, Geschäftsführerin des Frauenhauses Graz.
Die Wunschliste zum 30er ist lang: die Maximalzeit von sechs Monaten Aufenthalt fallweise erhöhen; betreute Wohngemeinschaften nach dem Aufenthalt im Frauenhaus; Finanzierung einer Nachbetreuung der Frauen; Unterstützung bei Arbeitssuche; eine neue Küche im Frauenhaus.
Den letzten Punkt empfindet SPÖ-Frauenstadträtin Martina Schröck als "beschämend. Es kann nicht sein, dass das Frauenhaus permanent ums finanzielle Überleben kämpfen muss." Selbst kann sie dem aber auch nur wenig entgegensetzen: Angesichts des Sparens in Stadt und Land ist die Gefahr groß, dass die Wünsche ungehört verhallen.
Damit zumindest ein bisschen Geld hereinkommt, veranstaltet das Frauenhaus am 25. November die "Fete des Femmes" im Dom im Berg. Dabei präsentieren unter anderem Politikerinnen Kleider, die in der Modeschule Ortwein designt und genäht wurden.
















